Fußnoten

1 [am Rand:] größerer Ernst


2 [am Rand, in der Berliner Zeit hinzugefügt: Wir sind] überhaupt jetzt so weit, daß nur Ideen gelten, [daß alles durch] Vernunft gerechtfertigt [wird]. Preußen [ist] auf Intelligenz gebaut – größerer Ernst und höheres Bedürfnis – diesem Ernste zuwider das schale Gespenst...


3 [am Rand:] Galerie von Beispielen, erhabensten Geistern. – nicht vorher wissen – in ihren Anfängen fortschreitend, nichts Zufälliges.

Reich der reinen Wahrheit – nicht die Taten der äußeren Wirklichkeit, sondern das innere Beisichselbstbleiben des Geistes.

Einleitung in die Philosophie.

Verhältnis der Geschichte der Philosophie zur neusten Philosophie.

a) Wie kommt [es], daß die Philosophie eine Geschichte hat?

b) Verschiedenheit der Philosophien.

c) Verhältnis der Philosophie selbst zu ihrer Geschichte.

d) Verhältnis zur Geschichte anderer Wissenschaften und [zu den] politischen Umständen.

4 [am Rand:] Stunde. Vorläufige Einleitung, publicum.


5 [eingeklammert:] das, was von dieser Geschichte auch insbesondere für die Kenntnis der Philosophie zu erwarten ist, sowie


6 [am Rand:] S. Marheineke, Lehrbuch des christlichen Glaubens und Lebens, Berlin 1823, §133, 4


7 Es sei ein Schlachtfeld, nur bedeckt mit den Gebeinen der Toten.


8 »Mein eigenes Denken« ist eigentlich ein Pleonasmus. Jeder muß für sich denken; es kann keiner für den anderen denken.


9 Sanchuniathonis Fragmenta, ed. Rich. Cumberland, London 1720; deutsch von J. P. Kassel. Magdeburg 1755, (S. 1-4). Diese Fragmente, welche sich bei Eusobios (Praeparatio evangelica I, 10) finden, sind aus eines Grammatikers Philon aus Biblos Übersetzung des Sanchuniathon ins Griechische aus dem Phönizischen. Philon lebte zu Vespasians Zeiten und schreibt dem Sanchuniathon ein hohes Alter zu.


10 Berosi Chaldaica, Fragmente bei Josephus, Sycellus und Eusebios; Scaligers Sammlung hiervon im Anhang zu De emendatione temporum, vollständig bei Fabricius Bibl. gr., T. XIV, p. 175-211 (p. 185-190). Berosos lebte zu Alexanders Zeit, soll ein Priester des Bel gewesen sein und aus den Tempelarchiven zu Babylon geschöpft haben.


11 Thukydides (I, 6) führt es als eine Unterscheidung der Griechen und Barbaren an, daß die Griechen, und unter ihnen zuerst die Athener, die Bewaffnung im Frieden ablegten.


12 Tennemann (Bd. I, S. 59) führt hierzu an: Aristoteles, De generatione et corruptione I, 1, wo kein Wort von Verdickung und Verdünnung noch von Thales steht; ferner De coelo III, 5, wo nur steht, daß die, welche Wasser oder Luft oder ein Feineres als Wasser und Gröberes als Luft annehmen, den Unterschied als pyknotês und manotês bestimmen, aber kein Wort, daß es Thales sei, der diesen Unterschied ausgesprochen. Tiedemann (Bd. I, S. 38) führt noch andere Gewährsmänner an. Erst Spätere schreiben dem Thales jene Unterscheidung zu (siehe [Heinrich] Ritter, [Geschichte der] ionischen Philosophie, [Berlin 1821,] S. 15).


13 Wir sehen, daß schon Thales die Elektrizität gekannt. Eine andere Erklärung ist, daß Elektrum sonst ein Metall gewesen. Aldobrandini (zu Diogenes Laertios I, § 24) sagt, es sei ein Stein, der dem Gift so feind sei, daß er sogleich, berührt davon, zische.


14 De natura deorum I, 10. Tiedemann (Bd. I, S. 42) äußert, die Stelle sei vielleicht korrupt, wie Cicero auch nachher (c. II) dem Anaxagoras zuschreibe: »primus omnium rerum descriptionem... mentis infinitae vi... confici voluit.«


15 Der Epikureer, dem dies in den Mund gelegt ist, spricht vorher und nachher von anderen Philosophen ziemlich albern, – eine Darstellung, bloß um Lächerlichkeiten zu finden. – Aristoteles verstand dies besser.


16 Themistios bei Brucker (I, p. 478): dort wird dies auch wieder von anderen berichtet – dem Perekydes, der älter als er.


17 houtos archên aera eipe kai to apeiron – Doch kann man auch archên kai apeiron zusammennehmen als Subjekt und aera als Prädikat des Satzes.


18 Angeführt wird noch Pherekydes, der Lchrer des Pythagoras. Hermias in irrisione gentilium, c. 12 (citante Fabricio ad Sext. Emp. Pyrrh. Hyp. III, 4, § 30). Diogenes Apolloniates, Hippasos, Archelaos werden auch als ionische Philosophen genannt; wir wissen nichts als ihre Namen, und daß sie einem oder dem anderen Prinzip anhängen.


19 Diese Kritik ist noch jetzt geltend, wo das Absolute als die eine starre Substanz vorgestellt wird.

20 Es sollte nur als von etwas Heiligem nicht gesprochen werden. Herodot sagt oft ausdrücklich, er wolle von den ägyptischen Gottheiten und Mysterien sprechen, so weit es heilig sei, davon zu sprechen, er wisse noch mehreres, aber es sei nicht heilig, davon zu sprechen.


21 Das Individuum sollte auf sich besonders sehen, daß es innerlich und äußerlich ein würdiger Mensch sei, – sittliches Kunstwerk.


22 Besondere Persönlichkeit überhaupt sowie Äußerlichkeit in der Tracht und dergleichen sind in neueren Zeiten nicht mehr so wichtig. Man läßt sich durch die allgemeine Gewohnheit (Mode) bestimmen, weil es an und für sich äußerlich, gleichgültig ist, hierin nicht eigenen Willen zu haben sondern gibt dies Zufällige der Zufälligkeit preis und folgt nur dieser äußeren Erscheinung der Vernünftigkeit als im Äußeren, – Gleichheit, Allgemeinheit.


23 Metaphysik I, 5. Aristoteles ist kürzer, beruft sich darauf, daß er anderswo davon gesprochen. (Siehe Theon, S. 242, Anm.)


24 Theon Smyrnaios, Mathem., c. p, 30, ed. Bullialdi. (Aristoxenos bei Stobaios, Eclogae physicae, c. 2.) Besser: weil Eins 1. als arithmetisches Eins, ungerade, 2. Einheit, das Sichselbstgleiche, überhaupt Prinzip der Zahl ist.


25 Aristoteles sagt gegen die, welche die Ideen als Urbilder darstellen, sehr gut (Metaphysik I, 9): to de legein paradeigmata auta einai kai metechein autôn talla kenologein esti kai metaphoras legein poiêtikas. ti gar esti to ergazomenon pros tas ideas apoblepon.


26 dem Pythagoras


27 Die Seele durchlaufe einen Kreis: Diogenes Laertios VIII, § 14


28 Auch die Geten hatten Glauben an Unsterblichkeit – athanatizontas nennt sie Herodot (IV, 93) – und deswegen Tapferkeit.


29 Im theoretischen Wissen geht es, ist etwas anderes. Spekulation als Wesen ist Gedanke, innerhalb dieses abstrakten Gegensatzes des allgemeinen und einzelnen Bewußtseins ist Wahrheit.


30 Merkwürdig läßt Tennemann (I, 233) den Heraklit sagen: »Der Grund des Denkens, die Denkkraft ist außer dem Menschen.« Dazu zitiert er Sextus Empiricus, Adversus mathematicos VII, § 349


31 wohl alogische; gleich nachher heißt es von Platon: dieileto tên psychên eis te to logon echon, kai eis to alogon.

32 De republica VII, 538-539: durch Dialektik könne einer das Schöne (kalon), was er von den Vorstehern gehört, in Häßliches (aischron) verwandeln, um nur erst im dreißigsten Jahre zur Dialektik zugelassen zu werden


33 Das siebente und achte Kapitel sind Erläuterungen von Sätzen des vierten und fünften. Sie fangen damit an und sehen aus, als ob sie einem Kommentator angehörten.


34 Magna Moralia I, 1: »Alle Wissenschaft und Macht (dynamis) hat einen Zweck, und dieser ist das Gute, – je vortrefflicher sie ist, einen desto vortrefflicheren Zweck. Die vortrefflichste dynamis aber ist die politische; daher ist ihr Zweck auch das Gute.«


35 Es wäre die Frage, ob nicht das kai auszulassen wäre, so daß nous hieße hê akrotês tôn ontôn. S. p. 139-140; unten, S. 481.


36 »Der nous aber ist das Zurückführende zu den Prinzipien und die Grenze« – ob Nominativ oder Akkusativ? –, »aneignend dem Prinzip und einen Kreis bildend.«


37 Dieser Kreis oder der nous? Im Griechischen steht kein Subjekt.


38 Bei den Neuplatonikern kommt überhaupt der Ausdruck »mystisch« oft vor; vgl. De Platonis theologia III, palin dê oun hêmin epanalêpteon tên peri tou henos mystagôgian (wie wir sagen würden: »spekulative Betrachtung«). Mystagogie ist eben diese spekulative Philosophie, dieses Sein im Denken, Selbstgenuß, Anschauung.


39 Dies sind hier wohl Araber überhaupt, nicht die eigentlichen Ismaeliten, unter denen nachher die Assassinen.


40 Quarterly Review, April 1817, p. 70-71: »Der Akt (the act), daß Locke von Oxford verjagt wurde« (was er dort gewesen, ist nicht gesagt), »war nicht der Akt der Universität, sondern Jakobs II., auf dessen ausdrücklichen Befehl und unter der peremtorischen Autorität eines schriftlichen Mandats (warrant), als Visitor of Christ-Church, die Austreibung stattfand. Aus der Korrespondenz, die stattfand, erhellt, daß das Kollegium wider Willen sich unterwarf als einer Maßregel, der es nicht widerstehen konnte, ohne den Frieden und die Ruhe seiner Mitglieder zu kompromittieren.« – Vgl. The Works of John Locke, London 1812, Vol. 1: The life of the Author, p. XXVI-XXVIII

Quelle:
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Werke in zwanzig Bänden. Band 20, Frankfurt am Main 1979.
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