Grabkult – Mutterrecht – Frömmigkeit

[229] 68


Pantheismus: Der westliche Polytheismus ist ›Egoismus des Menschenlebens‹. – Er erkennt nur Menschen und menschenähnliche Götter an (mit Verstand, Mitleid, Weisheit, Zorn etc.). Pflanze und Tier sind schlechtweg Objekt. Der nordische Pantheismus sieht ›das Göttliche‹ in jedem Tier, jeder Pflanze, jedem Berg und Fluß.[229]


69


Pantheismus: Die Idee der ›Mächte‹ [wird] hier zum notwendigen Ausdruck der Polarität: Gott und Teufel, Yang und Yin, Ormuzd und Ahriman, während im Süden das bunte Bild einer Menge von Gestalten herrscht. Polarität [ist] die sinnliche Urerfahrung im Gegensatz von Kräften; zum Kampf gehören zwei Gegner. Die Welt als Kampfplatz. Beim wertenden Nachdenken wird der Unterschied von gut und böse hineingebracht, hineingelebt, nicht moralisch, sondern vital: freundlich – feindlich. Der Gegner ist nicht böse, sondern eben Feind. Äsen und Riesen. Erst die moralisierenden Systeme bringen gut und böse hinein statt gut und schlecht im aristokratischen Sinne: niedrig, feige, gemein.


70


Pantheistische Mächte (›Götter‹) sind ursprünglich Mächte der Landschaft – tien, schê, Poseidon, Wotan. Die westlichen und südlichen Götter sind Numina von Kultstätten, von Einzelstämmen: Helena von Therapne, Hera von Argos. Keine einzige ägyptische oder babylonische Gottheit ist ortlos. Re, Amon werden als Götter von Gauen Götter des Staates. Wo in Griechenland, Rom, Indien, China ortsgebundene Götter erscheinen, sind sie entweder vornordische oder entnordete. ›Henotheismus‹ westlicher Nomaden. Jahwe. Scheinmonotheismus. Allah. ›Der von Tonent‹. Kamos, Baal, El.

›Mächte‹ [wohnen] in jeder Waffe, [in] Gerät, Stein, Tier, Pflanze. Seele des ›Eigentums‹ [im Norden]. Daher die Macht berühmter Waffen in nordischen Sagen (Philoktets Pfeile, Rolands Hörn, Siegfrieds Schwert).


71


Patriarchat: Die Auffassung des Westens ruhte auf dem Wissen vom Strom des Lebens von Mutter zu Mutter. Die genealogische Auffassung herrscht. Der Norden ist ›geistiger‹: er will den Mann, den Sohn als Träger der Tradition des Namens, des Rufes der Ahnen. Die Tochter folgt[230] der Mutter leiblich; das sieht man. Der Vater aber wählt und anerkennt den Sohn durch seinen Willen. Zu dieser Mannesfolge gehört also die Anerkennung der Vaterschaft, die Adoption, die Verstoßung, Verleugnung und die Forderung der Unberührtheit des Weibes, das man als Mutter des Erbsohnes gewählt hat. Die Eifersucht des Westens – die spanische, französische – richtet sich auf den Alleinbesitz des schönen Leibes – deshalb ist die Frage des Kindes ausgeschlossen. Die Eifersucht des Nordens ist das Bedürfnis der Gewißheit, den selbstgezeugten Sohn als Erben zu besitzen. Es kommt inmitten des geschlechtlichen Rausches nicht zum Bewußtsein, aber hegt klar zugrunde: Eifersucht fürchtet dort den Diebstahl des Eigentums am Leibe, hier die Fälschung des Blutes. Sie haftet dort an der Gegenwart, hier an der Zukunft. Eifersucht des Weibes ist etwas ganz anderes.


72


Gemeinschaft: Zusammenwachsend (Männerbund): Bande, Heer, Kriegervölker. (Treue, Verbundenheit – Haß des einzelnen gegen die Gemeinschaft.) Stand, Adel. Patriarchat. Im Westen mehr Blutsgemeinschaft, genetisch: Matriarchat. Im Süden ›Gemeinde‹ (Buddhisten) durch Erleben und Taten. Schicksalsgemeinschaft. Hunnen z.B. [waren] Kriegerschwärme verschiedensten Blutes (die einzige, kürzlich gefundene Inschrift eines hunnischen Goldhelms [ist] ›kaukasisch‹).


73


Da das Wesen der Kaschkultur abstrakt und kosmisch, nicht vital und bildhaft ist, also ohne Totenkult, so können die italischen Gräber vieles nicht enthüllen, nämlich alles, was aus dem alten Orient stammte. Die Gräberkultur kommt von Südwesten, aus Afrika. Man muß zwischen der bloßen Tatsache des Versteckens und der symbolischen Größe der Idee des Bestattens unterscheiden. Nur hier haben die Toten den Dienst der Lebenden gefordert. Sie sind die Herren der Familie wie des Stammes. Der Ahn, nicht der Stammesgott wie in Kasch,[231] regiert. Von Osten her kommt dagegen eine Tendenz, die nicht das Leben, sondern die Welt in die Mitte des Denkens stellt: Orientation, Kosmologie, personhafte Göttersysteme, Omina.

Das kommt von Südosten nach Apulien und Sizilien, von Nordosten (Donau) nach Toskana und Picenum.


74


Religion: Sobald das sinnliche Verstehen, das Sinnieren Götter gestaltet, müssen sie die Gestalt von Lebewesen erhalten: Tiere, Ungeheuer, Mischwesen, Menschen, und als solche wieder müssen sie Vater, Sohn, Mutter, Tochter, Jüngling, Kind, Greis sein. Sie schließen Ehen, zeugen, werden geboren und sterben. Im Norden ist die Gestalt verschwommen. Die kleinen Geister weben. Das Schicksal, der Himmel, bleibt abstrakt. Fügung, Vorsehung, der Wille Gottes – alles unpersönlich.


75


Matriarchat – Patriarchat: Lebensgefühl [ist] das erste. Daraus [wird] erst Weltanschauung (religiös), daraus erst sprachgebundene Vorstellungen. Vater im Himmel. Mutter, Madonna. Götter und Plastik. Mächte und Ornament. Bau als Opfer, kultisch. Nicht im Norden. Da hat man das Haus für sich selbst. Westen: Palast für den göttlichen Häuptling. Opfergaben. Die andern ›hausen‹ nur. Kein Haustyp. Zellen, Waben. Im Norden das Einzelhaus.


76


Das nordeurasische Urethos: Ich und die Welt, mit der darin liegenden Forderung: Selbstüberwindung für eine große Sache (Tat, Ruhm, Verdienst). Verschiedene Fassungen: die antike, indische, chinesische etc. Imperativ. Stoa, Konfuzius, englischer Individualismus, preußischer [Sozialismus]. Der romanische (spanische, französische) Anarchismus und der englisch-skandinavische (Ibsen).[232]


77


Pantheismus: Die Mächte der Landschaft: ›Der‹ Sturm, die Überschwemmung des Wassers, das Feuer (Blitz, Waldbrand, Steppenbrand). Seele des Waldes, düster, unheimlich schweigend, aufrauschend. Der geschwollene Strom im Frühling, [der] Hütten, Tiere, Menschen fortreißt. Die Seele der weiten Ebene mit dem staubigen Horizont.

Poteidaon. Im Süden verlor das Unvermittelte Gegenwart, wurde körperhaft: die Seele der Ebene, in Horden von Wildpferden dahinstürmend, wird zum ›Gott der Pferde‹, zuletzt zu dem der See: der Wassersturm mit den Wellenköpfen. Wie sich das Schweigen des Waldes zu Gestalten verdichtet. Böcklin. Wolkengeister.


78


Wirklicher Monotheismus ist eine Abstraktion gelehrter Köpfe. In der geschichtlichen Wirklichkeit gibt es ihn nicht. Im Süden Polytheismus: genealogisch Madonna, kosmologisch Götter des Himmels. Aber auch der pantheistische Norden verträgt keine monotheistische Konzeption. Der Protestantismus hat nicht einen Gott zurückbehalten, sondern zwei: Gott und Teufel. Es ist Ormuzd und Ahriman, Yang und Yin, notwendiger Gegensatz der polaren Mächte. Man kann nicht von einem absehen. Und als im Protestantismus der Teufel als Macht schwand, schwand auch Gott zu einem Wort, einem Begriff. Sie hatten nur einer durch den andern Wirklichkeit. Gott [und] Teufel: [das] Gute – [das] Böse – [das] Positive, [das] Negative [sind] Mächte, die dem einzelnen im Kampf beistehen – helfend, hindernd.


79


Das nordische Bedürfnis nach Fortleben ist die Tradition, der Ruf, die Sage. Namen und Taten dauern im Gedächtnis, in Denkmälern fort, in Bauten, Werken – und in der Folge von Vater zu Sohn – denn[233] der Sohn ist Träger des Rufes der Ahnen – das ist nordischer Adel als Idee. Ahnenkult ist nur ein Zeichen davon. Die Imagines in Rom. Ahnentafel in China. Nordischer Sinn der Adoption, des Besitzes als Erfolg der Ahnen, den der Sohn mehren soll.


80


Im Norden [ist] der ›Pantheismus‹ trotz [des] Christentums immer wirklich herrschend gewesen. Wir merken es gar nicht. Der ›Wille Gottes‹ ([d.h. das] Schicksal), der ›Himmel‹, Gott im Himmel, ›Gott‹ überhaupt, alles abstrakt gemeint. Im Gegensatz zur ›Madonna von Altötting‹ oder zum Bambino, Crucifixus, Josef. Theismus bedeutet die Vorstellung leibhaftiger Wesen, ›Götter‹, nicht das Denken abstrakter ›Mächte‹. Was weder Arme noch Beine [und] kein Gesicht hat, was weder nackt noch bekleidet ist, das ist keine ›Person‹. ›Götter‹ sind aber verleiblichte Naturgewalten, Mächte – Leiber (erst infolge davon Seelen, Geister mit menschenähnlichen Gründen für Wirkungen: Zorn, Güte).


81


Nordische Seele: In Japan ist der Ahnenkult chinesisch, d.h. nordischer Import (Chantepie I, S. 296). Die indische Religion kennt ihn kaum. Daher hat der Glaube ursprünglich keine Naturgötter hohen Ranges. Der Mensch ist sich selbst Gott genug. Die germanische Religion [wird] meist falsch beurteilt, weil wir sie aus der vornehmen Anschauung der Berufskrieger kennen. Aber schließlich lebten die Stämme von Jagd, Ackerbau und Viehzucht, hatten also vor allem religiöse Anschauungen, die sich darauf bezogen, ob wir sie kennen oder nicht. Teilt man die ›natürliche‹ Welt [ein] in Erde (auf, in der Erde), das Unterirdische (›Unterwelt‹ ist eine spezielle Vorstellung) und das Überirdische (Wolken, Gipfel, Himmel), so war die Erde das Wichtigste. China (Chantepie, 196): Gottheit der Erde: Hypäthralöffnung im Kultraum, Loch im Boden. Heiligkeit der Tür und des Herdes (Janus, Vesta). Das muß es bei den Germanen gegeben haben. Yang[234] und Yin (S. 197). Pantheismus: die Mächte. Ob man sie abzählt – 1,3, viele – oder nicht, [ob man] sie sich menschlich als Götter denkt, ist Nebensache. (S. 199: Poseidon und Demeter auch in China.)


82


Nordisch sind die umgestalten unendlichen Mächte. Die Vorstellung eines körperhaft-menschenähnlichen Gottes mit einer menschlich einseitigen Seele und Menschendenken ist eine Verengung der Idee. Wenn aber, ist die göttliche Person im Norden Vater und Sohn, [im] Westen Mutter und Kind. Deshalb [gibt es] im Norden keine Gestaltenmalerei, sondern Ornament, Landschaft. Aufgelöstes Tierornament gegen Ägypten (Irland – China). Tendenz zur Körpergestaltung hamitisch (Altamira, Bohuslän, Ägypten) gegen reines Ornament (nordisches Neolithikum). Höhlenzeichnung – ägyptische Reliefs. Atlantisches Weltgefühl [ist] südlich-leibhaft. Nordisch – raumhaft – geistig: Bedeutung, nicht Bild.


83


Die Atlantis [verehrt die] höchste weibliche Gottheit. Nach Tacitus (Germ. 45) fanden die Ästier an der Bernsteinküste Kult der Göttermutter und eine Sprache, die der britannischen ähnlich sei. Dort die Steinkreise von Odry (sie!). Auch in Kleinasien ist die Magna Mater von Libyen gekommen, ebenso Hera von Argos.


84


Nordisch [ist] der Wille zur Macht über die Zukunft. Durch bleibende Werke, Gesetze. Wirkung der Persönlichkeit. Denkmal, Sage, Erinnerung. Söhne und Enkel. Ahnenkult [ist] nordische Auffassung. Daraus hat sich als bloße Abstraktion städtischen Denkens die ›Unsterblichkeit der Seele‹ entwickelt, keine Erfahrung (wie der Spuk des eben Gestorbenen), sondern ein Begriff. Etwas ganz andres ist der atlantische Glaube an das ›Leben im Jenseits‹ (Osiris). Katholiken und[235] Protestanten, [das ist] Atlantis und nordisch. Grabwohnung und Grabdenkmal.


85


Das Grab der Vornehmen [ist] der Mittelpunkt des Stammeslebens. Grabkult als zusammenfassende Handlung. Die ›Götter‹ [stehen] irgendwie dazu in Beziehung. Grabtempel, Kult der vergöttlichten vornehmen Ahnen. Kuppelbau, Menhir, Dolmen, Cromlech, etruskische Kammer.


86


Das Weiterleben der Toten, anderswo lästig, als Spuk, Wiedergehen, Gespenst gefürchtet, als lästig empfunden, wird hier [im Süden] zum Wert erhoben. Es ist der eigentliche Schwerpunkt des schönen Lebens. Während in der Vorstellung von Hei und Hades das unangenehme Gefühl hegt, daß es nun vorbei ist, wird hier das Gegenteil betont. Die ›Unsterblichkeit‹, eine Abstraktion des nordischen Denkens, tritt auf als ewige Ruhe, Gedächtnis in Sage und Sang. Nicht das Leben ist ewig, sondern was man darin getan hat. Und die Söhne sind da, um das Gedächtnis des Ahnen zu wahren, nicht ihn zu füttern.


87


Hier und nur hier hat sich die gesamte Weltanschauung, dumpfes Anschauen des Lebens, der Welt, von mythischer Ahnung bis zur höchsten Theologie, um das Rätsel von Geburt und Tod gesammelt. Nur hier ist der Gedanke des ›Lebens nach dem Tode‹ zu einer die Wirklichkeit beherrschenden Macht geworden. Im Norden verehrt man tote Ahnen, durch Gedächtnisbräuche und Gedächtniskult, aber es fiel niemand ein, sein Leben der Vorbereitung des Lebens nach dem Tode zu widmen. Das ist welthistorisch nur hier geschehen, im Gebiet der großen Grabbauten von Irland [und der] Bretagne über Spanien bis Ägypten und Palästina – genau das Gebiet der katholischen Lehre. Hier ist nicht das Totengericht, sondern das Leben nachher, in Paradies[236] und Hölle, das Entscheidende, das ›ewige‹ Leben. Schon in der Theologie des Alten Reiches sind diese Gedanken deutlich fühlbar. Hier füttert man die Toten.


88


›Unsterblichkeit der Seele‹ ist eine unanschauliche Abstraktion. In Wirklichkeit hat man Vorstellungen, nicht Begriffe nötig; man sieht sich im Jenseits körperlich ähnlich, erkennt sich wieder, ›neuer Leib und neue Seele‹. Aber im Norden [ist] das Ideal des vornehmen und des gemeinen Mannes verschieden. Der erste: ›Besitz stirbt, Sippen sterben ...‹, also der Reihe nach geordnet: Besitz – Blut – Ruhm. [Das vornehme Denken:] Eine Tat vollbringen, von der man auch in späten Zeiten redet. Das gemeine Denken [haftet an] Haustier [und] Vieh. Aber der Besitz ist wichtig. Er gibt dem Mann erst den Wert. Der Besitzlose – gegen ihn spricht etwas: der Mangel an Erwerbskraft, an Glück.


89


Gottesvorstellung entweder plastisch oder nicht, konkret oder abstrakt. Dort verlangt sie Abbildung, hier ein Symbol. [Der] Norden [kennt] webende Mächte, nicht konkrete Gestalten. Du sollst dir kein Bildnis machen. Das sind die Nordstämme. Der Westen tat es immer: altchristliche Kunst. In Hellas erst sehr spät. Die ›Apollos‹ sind keine Götter, sondern Menschen. Hier hat also die südliche Landschaft gewirkt.

Persönlicher Gott gegen Gottbegriff. Person – also Geschlecht, Alter, Charakter.


90


Pantheismus: Keine persönlichen Götter. Die äolischen Rhapsoden haben schon die Vorstellungen der Landschaft aufgenommen (vgl. Heliand, Krist), weil die Heldensagen von Nichtgriechen stammen. Edda erst Wikingerzeit. Christentum und antikes Heidentum seit der Völkerwanderung. Lateinische Dichtung Vorbild.[237]

Unsinn, vom Sonnengott der Germanen [und] germanischen Astronomen zu schwatzen. Ebenso [von] chinesischen Urastronomen. Es gibt Leute, die den Besitz astronomischen Wissens für ein Merkmal von Kultur halten – wie Smoking und Lippenstift – und deshalb allen Völkern zuschreiben, denen sie Komplimente machen wollen. Also haben die Germanen natürlich ›Astronomen‹ gehabt. Wie sie das gemacht haben sollen, danach fragt man nicht. Sie haben als Leute von urtümlichem Leben im Freien natürlich die Dauer von Winter und Sommer [und den] Mondumlauf gekannt, als Merkzeichen, ohne sich Gedanken darüber zu machen. Astronomie ist angewandte Mathematik und nichts andres, d.h. priesterliche Geheimwissenschaft.


91


Für die Westmenschen [gibt es] diesseitiges und jenseitiges Leben. Götter, Teufel und Gespenster sind jenseits. Für die Nordmenschen [sind] Ich und Du in einer Welt. Alle – Tier, Pflanze, Ding – haben Seele, dunkel vielleicht und drohend, aber nicht ›anders‹. So sind keltische, bäuerliche, chinesische Geistergeschichten, die homerischen Götter, die römischen Numina, indische, persische, Andersens Märchen. Kameradschaft mit Tieren. Alles ist ›göttlich‹, θεός, mächtig. Religio [und] Bindung.

Das Selbstverständlichste [sind] Gespenster. Grimm; tat twam asi. Der Mensch ist diesen Mächten gleichartig, nicht entgegengesetzt. Auch Werkzeuge und Werke (Gemälde, Bauten, Taten, Gedanken, Werke, Namen) der Menschen haben eine Seele in sich, die wirkt. Deshalb ist Eigentum hier eine metaphysische Beziehung. Diese Dinge enthalten meine Seele. Das Schwert, die Seele des Schwertes, ist ein Teil meiner eigenen Kraft. Erst durch Schenkung zieht meine Seele sich zurück, um den andern Platz zu machen. Das gestohlene Ding ist dem Dieb feindlich.

Die Seele des Ackers und die des Bauern sind eins. Römisch: die Numina bitten, das Land zu verlassen. Verrücken der Grenzsteine [heißt]: die Macht beleidigen. Laren. Janus, Vesta, Eigenschaftsgötter. Jede Tat ist ein Numen geworden, das fortwirkt.[238]


92


Atlantisch [ist das] ›Mutterrecht‹. Dazu das ›Dionysische‹ der griechischen Unterschicht: das Weib zieht in den Kult ein. Der Norden kennt nur Männerkulte. In Frankreich ist die Frau die Herrin des Haushaltes, der Mann Diener, Zubehör. Die Frau wählt den Liebhaber, schon bei den Troubadours des 11. Jahrhunderts. Also [besteht] ein Gegensatz zwischen Ehe (sozial-wirtschaftliche Form des Hauses) und Liebe. Nach [den] Troubadours und Stendhal ist die ›Liebe‹ zur eigenen Ehefrau lächerlich.


93


Mutterrecht: Im Norden ist Fortdauer (nicht der Seele, sondern des Blutes, seelisch ist es der Ruhm) durch die Folge der Söhne und Enkel bestimmt. Die Frau ist Besitz des Mannes zu diesem Zweck. Der Sohn ist mehr wert als die Tochter. Die eheliche Treue der Frau allein ist eine Seite des echten Blutes. Monogamie heißt eine ebenbürtige, ihm allein gehörende Frau [haben]. Der Sinn der Monogamie ist die Sicherung des väterlichen Blutes und Besitzes. Im Süden gilt das Leben als bestehende Tatsache, als lässiger Genuß, wie ein Hund in der Sonne der Mittelpunkt des Denkens ist. Das Leben schenkt das Weib, die Mutter. Wer dazu Vater ist, kommt in zweiter Linie. Der Mann genießt das Weib. Stolz auf sein Blut ist sinnlos. Der Mann ist frei von der schweigenden Knechtschaft der ›Familie‹, der der pedantische Nordmensch leicht verfällt. Die Familie ist die Mutter mit den Kindern, nicht der Mann mit den Söhnen. Man wende nicht das Harem ein. Diese Art Polygamie ist bei allen Rassen und allen Zeiten ein Ausdruck der Vornehmheit und des Reichtums. Germanen, Perser, Inder, Chinesen. Das widerspricht der Einehe durchaus nicht.


94


Die südlichen Hochkulturen Ägypten, Babylon, die aus der Religiosität, dem Weltgefühl von Atlantis und Kasch Dogmen abstrahiert[239] haben, haben die tropische Sonne, die als weltbeherrschende Urmacht empfunden werden mußte, in sehr verschiedenem Sinn theoretisch aufgefaßt: als lebensspendend – genealogisch – oder als Himmel astronomisch beherrschend. Im Norden sind es andre Gewalten: Gewitter, Regen, Sturm, Frost. Seele der Landschaft.


95


Für die urnordische Religion, die keine ›Götter‹ kennt, nur ›Mächte‹, ohne persönliche Vorstellungen, ist der Name Zeus charakteristisch (Wilamowitz 225).

Indogermanische Grammatik! Persönliche Götter können nur in Mehrzahl vorgestellt werden. Monotheismus ist eine Abstraktion, schon wieder unpersönlich: Weltseele, Deismus, Pantheismus. Die Juden stellten sich Jahwe nicht als einzigen, sondern als ihren, den besten, mächtigsten Gott vor.


96


Idee des Selbstmordes: Seit wann? Im Kasch-Atlantis[-Gebiet ist sie] sehr selten, im Stillen Ozean (Japan, Bali, Malaien) oft. Im Abendland hat jeder, der denken kann, den Gedanken gehabt, ob er ihn nun unterdrückte, besiegte, verachtete, pflegte, ihm erlag. Arten des Selbstmordes: Abenteuer, Krieg, Wagnis.


97


Atlantis: Der katholischen Kirche entspricht die rationalistischscholastische Philosophie. Descartes, Voltaire. Luthertum: die Heldenart, sein Schicksal selbst zu zimmern, keine Erlösung zu gebrauchen, sondern vielleicht einen Helfer. Keine Heiligen, weil der einzelne selbst kämpfen muß: Edda wie Luther. Der Priester ist überflüssig. Lediglich als Kenner der Zaubersprüche wird er bezeichnet in den Sagas Islands, beim nordischen Bauern, wo er den Zauber der Taufe und Einsegnung (Jünglingsweihe) versteht. Die Puritaner haben das ganz abgeschafft.[240]

Thomas von Aquino und Loyola [sind] atlantisch. Luther wollte sich von dieser Scholastik durch sie selbst befreien – es gelang ihm nur halb. Er blieb Theologe. Aber die Bauern, das Volk, hat er innerlich ganz befreit.


98


Atlantis: Im Grabtempel (Dom, Islam) ist die Architektur der Pforte von überragender Symbolik (der ›Weg‹ ist das Leben, Ägypten, Abendland). Pathos der 3. Dimension. Deshalb der ägyptische Pylon. Das hunderttorige Theben – damit sind die zahllosen Tempeltore gemeint. Grab des Atreus, Löwentor. Front der französischen Kathedralen: das Portal zwischen zwei Menhir-Türmen [ist] das Entscheidende. Deshalb ›Säulen des Herkules‹, ein Heiligtum in Tunis. Janustempel.


99


Alles, was Klages über die Geheimen Weihen sagt, gehört dem Gebiet von Etrurien bis zum Euphrat an, wenigstens in dieser Form, und es findet seinen letzten Ausdruck in der arabischen Frühzeit mit ihren magischen Mysterien. Das Abendmahl als starr gewordener Ritus des Christentums hat zwar den Akt bewahrt, aber die innere Form der Verzückung ist eine ganz andre, geistige geworden. Folglich gehört dies zum Paideuma der kaschitischen Kultur. Es ist die Idee, daß man durch die symbolische Speise den Gott in sich aufnimmt. Spuren davon gehen nach Mexiko!


100


Nordische Religion: Der Nordmensch hat keine Götter, sondern unendliche Dämonen und unbestimmte Gestalten – Altrom z.B. hat viel davon. Da er den ›Brauch‹ stark entwickelt, all diese Bannungen, Beschwörungen, in strengster Art (altdeutsche Volksbräuche bei Tod, Geburt etc.), so wirkt die römische Religion sehr förmlich, weil die Bräuche sämtlich offiziell sind und die eigentlichen Stilsagen die[241] römische Religion darstellen, während im Norden der abstrakte Protestantismus die ›Religion‹ darstellt und die Bräuche fast sämtliche als Aberglaube gelten. Im Süden sind die Götter der Mittelpunkt der Religion. Alle Motive des Aberglaubens, der Volksmärchen und Tiersagen gehen in die Mythologie über, so daß die Bräuche nicht für sich hervortreten, sondern in einem größeren Ganzen verschwinden.


101


Das Weibliche in den Kulturen: So völlig unbewußt das geschieht: ein tiefes Gefühl für den metaphysischen Unterschied des Männlichen und Weiblichen weit über Menschenverhältnisse hinaus ist überall da, und in ihm spiegelt sich symbolisch das Weltschauen und -empfinden.

›Matriarchat‹ ist eine oberflächliche Erfassung. Die atlantische Weltidee sieht im Weiblichen das metaphysische Schwergewicht des Ganzen. Es liegt etwas Weibliches über allem, auch dem Königtum. Die Mütter sind wichtig. In Kasch Indifferenz: zwei mathematische Hälften des Weltwesens. Im Norden Schauder des Geheimnisses im Weiblichen: teils Beute, teils Göttin. Minne. ›Dame‹. In jedem nordischen Mann Hegt ein Kind versteckt: die mütterliche Geliebte. Die atlantische Geschwisterehe [ist] ein extremer Ausdruck der reinen Generation.


102


Atlantis: Auch der Frauenkult der Troubadours – in Deutschland und England höchstens nachgeäfft, aber im sarazenischen Spanien bedeutend, ist atlantisch?


103


Atlantis – Mutterrecht: Das ›Mutterrecht‹ ist atlantisch, Ausdruck des genealogischen Gefühls, das den Zusammenhang des Mutterschoßes mit dem Kinde heiligt: Nicht ein ›Recht‹ (jus), sondern eine Idee, die schon im Alten Testament nur noch anklingt. Die Erde (chthon) [ist die] mater. Hier, und nicht in Kasch, [beginnt] die[242] Sexualisierung des Kosmos. In Kasch [gibt es] nur ›Person und Sache‹. Die Götter sind menschliche Personifikationen von Sachen, aber nicht Mutter und Kind, keine Genealogie(?). Heliopolis: Genealogie der Isis [und des] Horus. Wie kommt es, daß der Himmel als Weib gebildet wird (in welcher Zeit)? Das ist eine Umkehr der Geschlechter.

Ich will hier weniger von ›Recht‹ als von völkischer ›Sitte‹ reden. Es ist zum großen Teil ganz unbewußte Ordnung, deren bewußte Gestaltung sehr verschiedenartig ist und schon Verfall bedeutet. Eine Hochkultur wie die ägyptische zeigt nur noch Spuren. Sonst [ist sie] lebendig als Bauernsitte in [der] b-Kultur, dörflich, nicht städtisch.


104


Entscheidend zur Zeit 4000–3000. Der Monumentalbau der Megalithkultur ist in Ägypten (und von da [am] Mittelmeer überhaupt, Etrurien, Lydien) Grabbau, in Babylon (und Ägypten, jünger, 4. Dynastie) Kultbau. In Babylon fehlt der sakrale Grabbau!

Also hegt die Idee der Ehrung großer Toten in Ägypten sieghaft obenauf, in Sumer aber hat die Kaschkultur gesiegt, jene tellurisch, diese chthonisch. Deshalb ist das Grab in Kasch ohne alle Bedeutung: man lebt und zeugt (Lingam), aber vergißt die Toten, echt tropische Lebensfülle und Sattheit; carpe diem. Dagegen ist die nördliche Megalithkultur zum ersten Mal eine Idee der Dauer geworden, des Nachlebens.

Also ist Sumer jünger als die Ankunft der Megalithleute. Es entwickelt den Stoff des Monumentalbaus, ganz äußerlich, ohne Tiefe, zu kosmologischem Zweck, während er in Ägypten Tiefe hat. Von hier aus hat der antike Herrengeist erst seit 1200 die vorgefundenen Formen zu seiner Idee der ›Familiengruft‹ vaterrechtlichen Stils benützt.


105


Kasch und Atlantis haben gemeinsam die Formung von der Weltangst aus. Es ist das Zeitalter der Götter, ob konkret (Ahnen) oder[243] abstrakt (Kosmos). Das Heldentum setzt dafür Weltsehnsucht und Weltliebe ein. Die Prostration hört auf, der Kopf wird hochgetragen: Ich – und ihr!


106


Die Göttersymbolik von Atlantis zeigt die Tendenz zum Tier (Ausdruck geschlechtlicher Zeugungskraft oder körperlicher Stärke). Tiefer Sinn des atlantischen Fleischverspeisens: Aneignung der überlegenen Kräfte des Tieres (Stier). Daneben Fruchtbarkeitsidole (Weiberstatuetten mit Geschlechtsmerkmalen). Die kaschitischen Götter sind menschenartig oder abstrakte Himmelsgewalten (Sterne). Atlantis [kennt] die Götterangst vor der Dämonie der Welt: Überall Wut, Grausamkeit, Wille zum Töten. Kasch [ist] milde, bequemer: ›Walten‹ der Numina, Himmelsgesetze.


107


Der genealogische Blick sucht überall die Urverhältnisse von Mann und Weib, Mutter und Kind in die Gründe des Seins zu legen: Überall, wo Sprachen dieses Stils geredet wurden, gaben sie den Dingen ein Geschlecht: maskulin und feminin. In der kosmologischen Sprache teilt man sie in Personen und Sachen. Und selbst das Bild der Götter erliegt diesen Stilen: Atlantische Götter sind Ehepaare, Väter, Söhne, Mütter. Kaschitische sind Sterne. In der ägyptischen und sumerisch-akkadischen Mythologie weben beide Stile durcheinander, in der Unterschicht der] hellenischen Kultur sind die Familienschicksale des Olymp wichtig. In Israel hat Gott einen Sohn.


108


Stierspiel: minoisch, in Atlantis nach Plato: Fang des heiligen Stieres mit Netz, atlantisch-kultische Bedeutung. Also auch altspanisch: wie alt sind die Stierkämpfe? Der Apisstier in Ägypten. Die Stierknochen in Knossos.[244]


109


Dionysos: Der orgiastische Kult gehört dem turanisch-bandkeramischen Kreise an. Daher in Thraien, Kleinasien, in Hellas, Böotien. Der Name [Dionysos] muß also ›indogermanisch‹ sein ebenso wie der seiner Mutter Semele, [das ist wohl] Semlja [die Erde]. Also auch in China. Er ist also ›vorhellenisch‹ und auf wenige Gebiete der Ägäis beschränkt. Dionysos, darin steckt Ziu. Dahin gehört der ›wilde Jäger‹ Zagreus, ein Gott für sich, der erst spät mit Dionysos gleichgesetzt wurde. Zum Kult gehörte ursprünglich der Orgiasmus in den Wäldern – absolut nordisch. Erst später, hellenisch umgestaltet, ist er nach Jonien, den Inseln, Attika gekommen.


110


Die ethische Tendenz Zarathustras, dem Indisch-Nordischen ganz fremd, stammt aus Kasch: Südpersien bis Indus war ›Urelam‹. Die ganze ›persische‹ Kultur außer der politischen Form war die Erbin Elams.


111


Atlantis: Hierher gehört die Vorstellung vom Totengericht, von Hölle und Seligkeit – Ägypten, Katholizismus, Dante. Grausame Wollust, an die Qualen der andren zu denken. Der Norden hat dafür die Vorstellung vom Weltende in großartiger Form, Weltbrand, Göttertod. So wie er sein Leben ›kurz aber ruhmvoll‹ wünschte. Die Verbrennung der Toten statt ihrer Mumien und ›unsterblichen‹ Seelen.

Die Höllenvorstellungen des Parsentums stammen also aus semitischer Fantasie. Zarathustra weiß noch nichts davon. Im Abendland steigert sich das zu großartigem Welthumor. Satire: lachend dem Ende zusehen. Stierkämpfe, Gladiatoren, Auto da Fe – Atlantis. Die Gladiatoren waren Helden wie die Stierkämpfer von 1800. Erst das Volk macht ein Schauspiel daraus.[245]


112


Das atlantische Denken kreist um Geburt und. Tod – Muttergöttin, Grabbau. Was [kommt] dann? Was [war] vorher? Also Totengericht, Hölle, Paradies, die katholischen Ideen. Dazu gehört Tartaros und Elysium, Walhall (christlich beeinflußt). Die Griechen wußten mit Tartaros und Elysium nichts anzufangen. Das verschwindet also rasch. Ebenso das ›Leben nach dem Tode‹ und die farblose ›Unsterblichkeit‹ des 18. Jahrhunderts, wie ›Hades‹ ein bloßer Begriff [ist]. Dem nordischen Menschen (Achill, Siegfried) ist das Leben vor dem Tode, der Kampf mit dem Schicksal allein wichtig. Luther, Kalvin. Erst die Hochkulturen stellen die Frage: Wozu das alles? Die ägyptische, antike, abendländische Antwort.


113


Heldentum: Hier wird als prima causa des Alls nicht der stärkste Gott empfunden wie in Kasch, sondern das unpersönliche Schicksal. Der Held fühlt sich selbst als höchste Persönlichkeit. Und ebenso ›baut‹ der Held nicht Gräber und Häuser – das tun Sklaven –, sondern einen Lebenslauf, eine machtvolle Herrschaft. Die Lust am Aufbau von Reichen, Wissenschaften, Formen, Unternehmen ist heldisch, während Staat und Kult in Atlantis und Kasch Schöpfungen der Angst sind!


114


Es hat sich auch gerächt, daß die Fachgelehrsamkeit den gesamten Sinn des Geschehens von einer Ausdrucksform her deuten wollte. Es gibt aber keine einzige, die immer und überall das gleiche Gewicht besitzt. Gräber gibt es überall, aber es hängt von der inneren Form einer Kultur, ihrem Welt- und Lebensgefühl ab, ob das Grab seiner Gestaltung nach ein hoher Träger seelischen Ausdrucks oder nur eine sachliche Notwendigkeit ist. Jede c-Kultur hat ihre Auswahl von Ausdrucksmitteln. Nicht nur die Verwendung, sondern vor allem die[246] Auswahl sichert den Überblick über die Verbreitung. Die Atlantiskultur ist die Gräberkultur par excellence.


115


Zu den Kuppelgräbern gehört die Vorstellung von einem Totenreich (Hesperidenäpfel, Kerberos, Nekyia, Hades, Köre). Vgl. die Mischung keltischer (Parsifal, Tristan, Lohengrin) und germanischer Sagen.


116


Es kommt nicht sehr viel darauf an, was in den Gräbern als Beigabe gefunden wird, noch viel weniger auf den Unterschied von Bestattung und Verbrennung – so wie das von den Vorgeschichtlern behandelt wird. ›Bestattet‹ haben nicht nur die Menschen vor aller echten Kultur, sondern auch Tiere: Bienen und Ameisen. Sie beseitigen triebhaft Leichen in ihrer Wohnstätte, kapseln sie ein, verscharren, verschleppen sie. Einen tiefen Sinn hat die Bestattung erst seit dem 5. Jahrtausend, seit die Menschen sprechen und sprechend zu denken vermögen. Da werden sie sich eines Sinnes des Todes und damit des Lebens bewußt; damit erhält die Art der Behandlung der Toten die Bedeutung eines großen Symbols. Damit scheiden sich aber sofort die drei großen Frühkulturen: Süden, Westen, Norden.


117


Mumie, einbalsamieren – den Körper solange als möglich – der Idee nach ›ewig‹ – erhalten. Verbrennen – so vollkommen als möglich vernichten. Denn der Geist blieb – in Namen, Taten, Denkmal, Sage; das Blut blieb in den Söhnen und Enkeln. Seele (Seelenwanderung). Das sind die zwei Grundideen. Die Bestattung soviel als möglich hervorheben – Menhir, Tempel – oder verbergen, unzugänglich durch Aufschüttung: damit niemand die Toten entehrt oder beraubt.[247]

Quelle:
Oswald Spengler: Frühzeit der Weltgeschichte. München 1966, S. 229-248.
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Die Nachtwachen des Bonaventura

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Erst 1987 belegte eine in Amsterdam gefundene Handschrift Klingemann als Autor dieses vielbeachteten und hochgeschätzten Textes. In sechzehn Nachtwachen erlebt »Kreuzgang«, der als Findelkind in einem solchen gefunden und seither so genannt wird, die »absolute Verworrenheit« der Menschen und erkennt: »Eins ist nur möglich: entweder stehen die Menschen verkehrt, oder ich. Wenn die Stimmenmehrheit hier entscheiden soll, so bin ich rein verloren.«

94 Seiten, 5.80 Euro

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Geschichten aus dem Sturm und Drang. Sechs Erzählungen

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Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Michael Holzinger hat sechs eindrucksvolle Erzählungen von wütenden, jungen Männern des 18. Jahrhunderts ausgewählt.

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