§ 30. Kants Leben und Schriften.

[172] 1. Zur Literatur über Kant. Es ist unmöglich, auf wenigen Seiten, geschweige denn Zeilen, eine Übersicht über die unermeßliche und von Jahr zu Jahr noch mehr anschwellende Kantliteratur zu geben36. Es ist aber auch überflüssig, weil jedem, der sich dafür interessiert, heute Hilfsmittel genug zu Gebote stehen. Als zuverlässiges Nachschlagebuch empfiehlt sich auch hier wieder Ueberwegs Grundriß, von dem der betr. Teil (III) zuletzt in 11. Auflage erschienen ist; in ihm füllen allein die Schriftentitel zur Kritik der reinen Vernunft fünfzehn enggedruckte Seiten. Sie geben die Literatur von 1865 an, wenn auch bei weitem nicht vollständig: wie die genaue philosophische Gesamt-Bibliographie, die 1895-1900 Natorp jährlich dem ›Archiv für systematische Philosophie‹ beigab, oder die Kantbibliographie Reickes in den Jahrgängen der ›Altpreußischen Monatsschrift‹ beweisen. Seit 1896 geben die von Vaihinger (der schon seit 1888 den größten Teil der Kantliteratur im ›Archiv für Geschichte der Philosophie‹ besprochen hatte) begründeten ›Kantstudien‹ über alles, was den Begründer des Kritizismus angeht – sei es geschichtlicher, systematischer, literarischer oder biographischer Natur – ausführlichste Auskunft. Ihr rühriger Herausgeber(H. Vaihinger, jetzt zusammen mit M. Frischeisen-Köhler und A. Liebert) hat am 100. Todestag Kants (12. Februar 1904) zur Förderung und Verbreitung des Kantstudiums die ›Kantgesellschaft‹ begründet, die jetzt, über alle Erdteile verbreitet, über tausend Mitglieder zählt. Dieselbe gibt auch Ergänzungshefte heraus, stellt[172] Preisaufgaben, veranstaltet Vorträge und veröffentlicht Neudrucke seltener philosophischer Werke des 18. und 19. Jahrhunderte. Besonders reiche Ausbeute brachte natürlich das Jubiläumsjahr 1904; freilich viel Spreu neben wenig Weizen. Wir verweisen besonders auf die Jubiläumshefte der Altpreußischen Monatsschrift, der ›Kantstudien‹ und der Revue de Métaphysique et Morale (Paris). Wir werden uns darauf beschränken, bei jedem Paragraphen auf die wichtigste Literatur, insbesondere die zusammenfassenderen Darstellungen, aufmerksam zu machen, in dem vorliegenden also auf die Gesamtdarstellungen und Biographien.

Kürzere Gesamtdarstellungen der Kantischen Philosophie finden sich natürlich in allen Geschichten der Philosophie. Die ausführlichste und gelesenste ist die von Kuno Fischer im 4. und 5. Bande seiner »Geschichte der neueren Philosophie« (5. Auflage 1909/10), die zwar lichtvoll und verständlich geschrieben, jedoch zur tieferen Einführung in die Kantischen Probleme nicht geeignet, auch im Tatsächlichen nicht immer zuverlässig ist. Philosophisch-systematisch gehalten ist B. Bauch, I. Kant. 1917. Leben und Lehre verbunden dargestellt von E. Cassirer in Bd. XI seiner Kant-Ausgabe (s. u.). Eine neue umfangreiche Darstellung aus meiner Feder (I. Kant, sein Leben und sein Werk) steht bevor. Populären Zwecken dient ›Kants Weltanschauung in ihren Hauptstücken von ihm selbst‹, hrsg. von K. Vorländer. Darmstadt 1919. Eine vielgelesene, aber unseres Erachtens den methodischen Kernpunkt verfehlende Sonderdarstellung gibt Fr. Paulsen in Frommanns ›Klassiker der Philosophie‹, 4. Aufl. 1904. Die von M. Kronenberg (Kant, Sein Leben und seine Lehre, 8. Aufl. 1918) ist nur für weitere Kreise berechnet. Zur ersten Einführung empfehlenswert die kurzen Darstellungen von O. Külpe (Teubner), 4. Aufl. 1916 und Br. Bauch (Göschen) 1911. Geistvoll, wenngleich stark subjektiv: Chamberlain, Immanuel Kant. Die Persönlichkeit als Einführung in sein Werk. 1905.

Die bald nach Kants Tode von Freunden und Verehrern (Borowski, Jachmann, Wasianski) veröffentlichten Nachrichten über Kants Leben und Charakter – gekürzt herausgegeben von A. Hoffmann (Halle 1902), 2. Aufl. von H. Schwarz (1907) – wurden unter Benutzung des bis 1842 hinzugekommenen Materials, zum erstenmal zu einer ausführlicheren, aber vielfach ungenauen Darstellung verarbeitet von Schubert (Bd. XI, 2 der Ausgabe von Kants Werken ed. Rosenkranz und Schubert 1838 ff.). Seitdem haben namentlich Kants Landsleute: R. Reicke, E. Arnoldt, A. Warda u. a. wertvolle Einzelbeiträge geliefert. Die erste neuere, alles bisher entdeckte Material verwertende Biographie bietet Karl Vorländer, Kants Leben, Lpz. 1911 (Phil. Bibl. Bd. 136). Vgl. auch K. Vorländer, Die ältesten Kantbiographien. Ergänzungsheft der Kantstudien 1918.


2. Leben Kants. Als im Frühjahre 1781 die Kritik der reinen Vernunft erschien, stand ihr Verfasser bereits im 57. Lebensjahre. Am 22. April 1724 zu Königsberg als Sohn eines ehrbaren Sattlers und einer frommen Mutter geboren, hatte Immanuel Kant von seinem 8. bis[173] 16. Jahre eine der Gelehrtenschulen (das noch heute bestehende Collegium Fridericianum), vom 17. bis 22. die Universität seiner Vaterstadt besucht. Schon im Elternhause war er von pietistischen Einflüssen umgeben gewesen, im Gymnasium kam zu diesen noch ein intensiver lateinischer Unterricht, während die Realien sehr vernachlässigt wurden. Wohl gerade deshalb wandte sich sein früh selbständiger Geist auf der Universität in erster Linie philosophischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Studien zu. Sein Lieblingslehrer war der früh verstorbene Wolffianer Martin Knutzen (1713-51), dem er die Bekanntschaft mit Newton verdankte. Den Abschluß dieser Studien bildete seine Erstlingsschrift: Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte (1747). Um eine gesicherte wirtschaftliche Grundlage zu gewinnen, hat er dann, der Sitte der Zeit folgend, etwa sieben Jahre (1747 bis 1754) hindurch mehrere Hauslehrerstellen, ebenfalls in seiner ostpreußischen Heimat, bekleidet. Im Herbst 1755 endlich habilitierte er sich an der Königsberger Universität mit einer lateinischen Abhandlung (s. S. 179), nachdem er einige Monate vorher mit der Dissertation De igne den Magistergrad erworben hatte. Aber, obwohl in das nun folgende Jahrzehnt eine reiche Schriftsteller sowie eine erfolgreiche Lehrtätigkeit fällt, die u. a. Herder in seinen Humanitätsbriefen mit Begeisterung geschildert hat, rückte er infolge der Ungunst äußerer Umstände in die erstrebte Professur für Logik und Metaphysik doch erst 1770 ein. Bis dahin war er auf den Ertrag seiner Schriften und Vorlesungen angewiesen, wozu zuletzt noch eine gering dotierte Unterbi bliothekarstelle an der Schloßbibliothek kam. Von 1781 an erschienen dann seine großen kritischen Werke. Aber, während sein Ruhm weit über die Grenzen Deutschlands drang, entfernte er sich von seiner Vaterstadt kaum mehr als eine Meile. Ihr treu bleibend, hat er vorteilhafte Berufungen nach anderen Universitäten (Erlangen, Jena, Halle) standhaft ausgeschlagen. Nur ein störendes Ereignis von größerer Bedeutung fiel in dieses ruhige, ganz der Wissenschaft, der Lehrtätigkeit und dem Umgang mit gleichgesinnten Freunden gewidmete, übrigens heiterer Geselligkeit nicht entbehrende Gelehrtenleben. Es war die auf Betreiben des rückschrittlichen Wöllnerschen Regimes am 1. Oktober 1794 erlassene Kabinettsorder Friedrich Wilhelms II., die dem 70jährigen Greise »Entstellung und Herabwürdigung mancher Haupt-und Grundlehren der Heiligen Schrift und[174] des Christentums« vorwarf und »bei fortgesetzter Renitenz« mit »unfehlbar unangenehmen Verfügungen« drohte. Nach dem Tode des Königs (1797) konnte er wieder aufatmen. Doch hat er seine religionsphilosophische Wirksamkeit nicht mehr aufgenommen. Zunehmende Altersschwäche zwang ihn schon im Sommer 1796 seine Vorlesungen, nach 1798 auch seine schriftstellerische Tätigkeit einzustellen. Am 12. Februar 1804 ist er gestorben.


3. Schriften. Die Schriften der vorkritischen Periode sollen im folgenden Paragraphen besonders behandelt werden. Ich beschränke mich daher hier auf die Angabe der von 1781 an veröffentlichten Schriften, kleinere naturwissenschaftliche Aufsätze und unbedeutendere Gelegenheitsartikel beiseite lassend. Es erschienen:

  • 1781 Kritik der reinen Vernunft; die bedeutend veränderte zweite Auflage 1787, von der die folgenden fünf (1790, 1794, 1799, 1818, 1828) fast unveränderte Abdrucke sind.

  • 1783 Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können.

  • 1784 Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht. – Was ist Aufklärung? (Beide in der Berlinischen Monatsschrift.)

  • 1785 Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. – Rezension von Herders Ideen (Jen. Allg. Literaturztg.).

  • 1786 Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft. – In der Berlin. Monatsschrift: a) Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte; b) Was heißt: Sich im Denken orientieren?

  • 1788 Kritik der praktischen Vernunft (6. Aufl. 1827). – Über den Gebrauch teleologischer Prinzipien in der Philosophie (in Wielands Teutschem Merkur).

  • 1790 Kritik der Urteilskraft (2. Aufl. 1793, 3. Aufl. 1799). – Außerdem eine Streitschrift gegen den Hallenser Professor Eberhard.

  • 1791 Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee. – Die (nicht eingesandte) Preisschrift über die Fortschritte der Metaphysik seit Leibniz und Wolff (erst 1804 von Rink veröffentlicht).

  • 1793 Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. – Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis (Berl. Man.).

  • 1794 Das Ende aller Dinge (Berl. Mon.)[175] .

  • 1795 Zum ewigen Frieden, ein philosophischer Entwurf.

  • 1796 Von einem neuerdings erhobenen vornehmen Tone in der Philosophie. – Verkündigung des nahen Abschlusses eines Traktats zum ewigen Frieden in der Philosophie. (Beides in der Berl. Mon.).

  • 1797 Metaphysik der Sitten (1. Metaphys. Anfangsgründe der Rechtslehre; 2. Metaphys. Anfangsgründe der Tugendlehre). – Über ein vermeintes Recht, aus Menschenliebe zu lügen (Berliner Blätter).

  • 1798 Der Streit der Fakultäten. – Anthropologie in pragmatischer Hinsicht.

Von anderen herausgegeben: Kants Logik, von Jäsche (1800). Kants physische Geographie, von Rink (1802-03). Kant über Pädagogik, von Rink (1803).

Nach Kants Tode ist noch folgendes aus seinem Nachlaß bezw. Kollegheften veröffentlicht worden (vgl. außerdem unten 4. A. e.).

a) Ein umfangreiches Manuskript, an dem Kant mindestens seit 1798 arbeitete, betreffend den Übergang von den metaphysischen Anfangsgründen der Naturwissenschaft zur Physik, größtenteils veröffentlicht von R. Reicke in der Altpreußischen Monatsschrift (1882-84). Die Handschrift enthält auch Anfänge eines zweiten Werks allgemeineren Inhalts aus seinen allerletzten Jahren: ›System der reinen Transzendentalphilosophie in ihrem höchsten Inbegriffe (Gott, Welt und der Mensch als vernünftiges Wesen)‹.

b) Lose Blätter aus Kants Nachlaß, herausgeg. von R. Reicke 1889, sowie einige Fortsetzungen davon in des letzteren Altpreußischer Monatsschrift. Vergl. darüber H. Cohen in Philos. Monatsh. XXVI, 287-323, E. Adickes in Kantstudien I, 230 ff.

c) Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie: 1. Zur Anthropologie, 2. Zur Kritik der reinen Vernunft, von Benno Erdmann, 1882 und 1884.

NB. b) und c) werden allmählich vervollständigt bzw. ersetzt werden durch die Nachlaßbände der großen Akademie-Ausgabe (s. unten S. 178).

d) Vorlesungen über philosophische Religionslehre, über Metaphysik und philosophische Anthropologie, herausg. von Pölitz bezw. Starke 1817, 1821 und 1831, Heinze 1894. [Als Quellen Kantischer Philosophie mit Vorsicht aufzunehmen.] Vgl. Arnoldt, Kritische Exkurse im Gebiete der Kantforschung 1894.[176]

e) Kants Briefwechsel, jetzt in musterhafter Korrektheit und überraschender Vollständigkeit in der großen Kantausgabe der Berliner Akademie herausgegeben von Rudolf Reicke: 1. Band 1747-88, 2. Band 1789-94, 3. Band 1795 bis 1803 nebst Anhang und Nachträgen; ein 4. Band wird weitere Nachträge sowie den literarisch-kritischen Apparat bringen.


4. Ausgaben der Kantischen Schriften.


A. Gesamtausgaben.


a) von Hartenstein, 10 Bände, Leipzig 1838-39.

b) von K. Rosenkranz und Schubert, 12 Bände, Leipzig 1838-42, Bd. XI enthält Briefwechsel und Biographie von Schubert, XII die Geschichte der Kant. Philosophie, von Rosenkranz.

c) von Hartenstein, 8 Bände, 1867-69 (in chronologischer Ordnung).

d) in v. Kirchmanns Philos. Bibliothek, Leipzig 1868 ff., jetzt in vollständig neuer, zeitgemäß umgestalteter Auflage in F. Meiners Verlag (Leipzig) erschienen, sämtlich mit ausführlichen Einleitungen und Sachregistern. Die meisten von K. Vorländer; von W. Kinkel die Logik, von P. Gedan die Physische Geographie, von O. Buek die Kleineren Schriften zur Naturphilosophie, von Th. Valentiner die Kritik der reinen Vernunft (10. Aufl. 1913). Dazu kommt der Kommentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft von Hermann Cohen (1907), der in der Gesamtausgabe mit Kants Leben von K. Vorländer (oben S. 173) zu einem Supplementbande vereinigt ist.

e) Seit 1900 begonnen ist das große Unternehmen der Berliner Akademie der Wissenschaften: eine Gesamtausgabe alles dessen, was von Kant herrührt, einschließlich des gesamten erreichbaren handschriftlichen Materials, der Briefe und der Nachschriften Kantischer Vorlesungen (letztere in Auswahl). Sie wird, vollendet, gegen 24 stattliche Bände umfassen. Erschienen sind bis jetzt, zum größeren Teil bereits in 2. Auflage, außer den Briefen (s. oben 3, e) Bd. I – VIII der Werke. Bd. I und II: Vorkritische Schriften: Bd. III: Kr. d. r. V. 2. Aufl. Bd. IV: Kr. d. r. V. 1. Aufl., Prolegomena, Grundlegung, Metaphys. Anfangsgr. der NW. Bd. V: Prakt. Vernunft, Urteilskraft. Bd. VI: Religion, Metaphysik der Sitten. Bd. VII : Streit der Fakultäten, Anthropologie. Bd. VIII: Abhandlungen nach 1781. Hauptmitarbeiter an diesen Bänden sind: Adickes, B. Erdmann,[177] Frey, Gedan, Höfler, Külpe, Laßwitz, H. Maier, Menzer, Natorp, Vorländer, Windelband. – Aus dem handschriftlichen Nachlaß [Herausgeber: E. Adickes] sind bisher drei starke Bände erschienen. Bd. XIV: Mathematik, Physik und Chemie, Physische Geographie. Bd. XV (in 2 Teilen): Anthropologie. Bd. XVI (875 Seiten): Logik.

f) I. Kants Werke in 10 Bänden. Unter Mitwirkung von A. Buchenau, O. Buek, A. Görland, B. Kellermann hersg. von E. Cassirer. Berlin 1912 ff. Dazu Bd. XI: Kants Leben und Lehre, von E. Cassirer 1918.

g) Kants Sämtliche Werke in 6 Bdn., hrsg. von Felix Groß, Leipzig, Inselverlag 1912 ff.


B. Wichtigere Sonderausgaben neuerer Zeit:


a) Kritik der reinen Vernunft: von Kehrbach (Reclam, 1877, 2. Aufl. 1878), B. Erdmann (5. Aufl. 1900), E. Adickes (1889), Karl Vorländer (Hendel, 1899). Die letztere bringt zum erstenmal, außer einer längeren sachlichen Einleitung, ein ausführliches Personen- und erklärendes Sachregister.

b) Prolegomena von B. Erdmann (1878), K. Schulz (Reclam), K. Vorländer (5. Aufl. 1913).

c) Kritik der prakt. Vernunft von Kehrbach (Reclam), K. Vorländer (6. Aufl. 1915).

d) Kritik der Urteilskraft von B. Erdmann, Leipzig 1880, K. Vorländer (4. Aufl. 1913), Kehrbach (Reclam).

e) Religion von K. Vorländer (1903, 4. Aufl. 1919).

f) Zum ewigen Frieden von demselben (1914, 2. Aufl. 1919).

Quelle:
Karl Vorländer: Geschichte der Philosophie. Band 2, Leipzig 51919, S. 172-178.
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