Dschamschid

[176] Dschamschid (Pers. M.), ein fabelhafter alter König von Persien, der 800 Jahre v. Chr. gelebt haben soll; von ihm zählt das Volk der Parsis seine Grösse, denn er war der von den Göttern begünstigte mächtigste Monarch, gründete die Stadt Persepolis, welche in ihren Ruinen noch den Wanderer durch ihre Erhabenheit und Grösse entzückt, baute die ungeheuren Paläste, deren Wände mit mythologischen Figuren, mächtigen Intaglios, bedeckt sind, führte den Sonnendienst ein, gab seinem Volk treffliche Gesetze, lehrte es Künste und Wissenschaften, öffnete ihm die Schätze des Erdbodens, der Meerestiefen, und regierte so weise, wie nach ihm kein Monarch; er hatte den Becher mit dem Unsterblichkeitstrank, welcher ihn so überaus weise machte.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 176.
Lizenz:
Faksimiles: