Echo

[180] Echo (Gr. M.), eine Oreade, d.h. Berg-Nymphe, die anmuthigste Plauderin und Jupiter, dem starken Gotte, sehr gewogen, was sie dadurch bekundete, dass sie Juno oft, wenn sie den Gatten bei den Nymphen belauschen wollte, durch ihr Geschwätz aufhielt, bis die Nymphen entronnen waren. Endlich merkte Juno die List und verbannte nicht mir das freundliche Wesen aus ihrer Nähe, sondern nahm ihr auch die Sprache, bis auf die letzten Worte, welche sie dem sie Anredenden wiederholen durfte. Nun floh die sonst so gesellige Nymphe alle früheren Gespielen, und verbarg sich im Schatten der Wälder, bis Narcissus ihre Liebe weckte; doch der schöne eitle Jüngling verschmähte sie, und sie verzehrte sich vor Gram, bis nichts von ihr übrig blieb, als die Stimme; so wandelt sie noch durch Felsgeklüfte und Wälder, doch meidet sie die Höhen und die freien Räume.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 180.
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