Nisus

[352] Nisus (Gr. M.),

1) Sohn des Pandion, König von Megara. Er hatte ein goldenes Haar auf seinem Kopfe, an welchem sein Leben hing. Als Minos Attica bekriegte, kam er auch vor Megara; da erblickte ihn des N. Tochter Scylla von der Mauer her, verliebte sich in ihn und beschloss, ihm die Stadt zu übergeben; desshalb riss sie ihrem Vater im Schlafe das goldene Haar aus, worauf er augenblicklich starb. Minos verabscheuete die Vatermörderin und liess sie mit den Füssen an das Hintertheil seines Schiffes binden und so ersäufen. Die Götter verwandelten sie in eine Ciris (man weiss nicht, ob einen Fisch oder einen Vogel), den Vater aber in einen Geier, welcher das erstgenannte Thier immer verfolgt.

2) N., Freund des Euryalus, der mit diesem durch des Turnus Lager schlich und bei diesem Versuch ermordet wurde.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 352.
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