Blasebalg

1. Ein Blasebalg nennt den andern Windbeutel.


2. Kein Blasebalg zieht Wind in sich, er sei denn leer.

Und leer sind alle, die den Wind lieben und in sich ziehen.


3. Man muss den Blasbalg tapfer treten, soll das Feuer lustig brennen.

Engl.: I'll be blowed first, as the bad fire said to the cook, when she wanted it to burn up. (Hagen, 103, 4.)


4. Man muss den Blassbalck besser tretten.Lehmann, 21, 3.

Das Begonnene beharrlicher und entschiedener fortsetzen.


5. Mit einem Blasebalg kann man keine Mühle treiben.

Holl.: Men kan geene molens met blaasbalgen doen omgaan. (Harrebomée, I, 59.)


*6. Der Blasbalg lässt sich treten.


*7. Er hat die Blassbälg in der Schmidten gezogen.Lehmann, 18, 39.

*8. Er hat einen guten Blasebalg.

Der Lungen- und Bruststarke, der den Athem nicht bald verliert; auch uneigentlich der im Geschäft, im Kampfe Ausdauernde.


[Zusätze und Ergänzungen]

9. Wenn man schon mit eim Blasebalg in ein Stock blast, wird man doch kein Licht auffblasen, so kein Funken im Stock ist.Lehmann, 459, 70.


*10. 'S fehlt am Blasbalge(n). (Ulm.)

Von Jemand, der schwer athmet.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
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