Kindbetterin

1. Ein Kindbetterin muss man halten vnd schonen wie ein roh Ey.Petri, II, 207.


2. Eine Kindbetterin weint nicht darüber, dass sie zu spät ins Brautbett gekommen ist.

Dän.: Ingen græder i barsel-seng, at hun kom forseent i brude-seng. (Prov. dan., 49.)


*3. Eine Kindbetterin dürft' es essen.Eiselein, 375; Reinsberg VII, 73.


*4. Er ist wie eine Kindbetterin (Sechswöchnerin). (Schweiz.) – Eiselein, 375; Reinsberg VII, 72.

Von denen, die sehr zart und weichlich sind, oder müssig liegen, um sich zu pflegen wie eine Kindbetterin. Ein sehr altes Sprichwort der Schweizer, das aber auch in Oesterreich daheim ist. Es wurde schon nach der Schlacht bei Laufen von den Bernern gebraucht, da ihre Stadt vom Adel befehdet wurde und doch der Gewalthaufe achtzehn Wochen nicht aus der Stadt zog. »Wir liegen hier«, sagten einige, »wie die Kindbetterinnen«, worauf sie auszogen und siegten. Auch Hans von Rüte gebraucht das Sprichwort von müssigen Soldaten.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 2. Leipzig 1870, Sp. 1327.
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