Jubabenrinde

[452] Jubabenrinde, ist eine etliche Zoll lange, zusammengerollt gewundene, zerbrechliche Rinde (eines südamerikanischen unbekannten Baumes) von verschiedner Dicke, mit Längenrunzeln besetzt, und einem grauen Oberhäutchen umkleidet, worunter die dunkelbraune Rinde liegt, die sich in eine weißlichte verliert, womit die innere Fläche der Höhlung umzogen ist. Sie soll frisch nach Seba einen vortrefflich balsamischen Geruch und Geschmack nach Art der Vanille besitzen, und diese noch übertreffen, daher man sie zur Chokolade vorziehe, und als herzstärkendes Mittel brauche. Allein, diejenige, welche zu uns aus Amerika gelangt, zeigt nur erst in der Hand erwärmt, etwas von Vanillegeruch und einen blos bitterlichen Geschmack. Sie ist in dieser Verfassung eine verlegne Waare und leicht entbehrlich.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 1. Abt., 2. Teil, Leipzig 1795, S. 452.
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