Spitzampfer

[265] Spitzampfer, Rumex acutus, L. [Zorn, pl. med. tab. 587] mit Zwitterblumen gezahnten, mit Körnchen besetzten Klappen, und länglichtherzförmigen, zugespitzten Blättern, ein drei Fuß hohes Kraut mit mehrjähriger Wurzel auf feuchten Wiesen und an Wassergräben, welches im Juny blüht.

Die zylindrische daumenstarke Wurzel (Rad. Oxylapathi, Lapathi acuti) ist äusserlich braun, innerlich gelblich, von herbem, ekelhaftem, bitterm Geschmacke und ohne Geruch; sie färbt den Speichel, wie Rhabarber, gelb. Das Dekokt hat sich beim äussern Gebrauche vielfältig in der Hausmittelpraxis gegen einige chronische Hautausschläge hülfreich erwiesen, daher ihr Nahme Grindwurz. Nur hat man die Arten Hautausschläge nicht genau unterschieden, wo sie sich dienlich erwiesen. Innerlich gebraucht, eröfnet dieser Absud den Leib, und adstringirt hintennach, ähnlich der Rhabarber; es soll im Scharbock dienlich seyn.

Den braunen dreikantigen Samen (Sem. Oxylapathi, Lapathi acuti) hat man zu einem Quentchen gegen Rothlauf eingenommen; nach welchen Erfahrungsgründen?


Quelle:
Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 2. Abt., 2. Teil, Leipzig 1799, S. 265.
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