Vierte Dekade.

[231] 1. Den Ueberwältiger aller Heere schmückten aus, den Indra Priester, zeugten ihn zu Glanz, zu Macht am hehrsten Ort, den Wilden, den Vernichtenden, den Mächtigsten, den Eiligen, den Stürmischen.

2. Ich setze mein Vertraun auf deinen ersten Zorn, als du den starken Räuber schlugst, die Fluth enthüllt'st, als beide Welten zu dir flüchteten vor Angst, die Erde gar ob deiner Kraft, Blitzschleuderer.

3. Eilt alle zu des Himmels Herrn mit Macht, ihm, welcher einzig ist der Menschen Gast; uralt ist er und will sich jetzt dem jungen nahn; zu ihm hat er den Pfad gekehrt, der einzige.

4. Dein, Indra! sind wir hier, o Vielgepriesener! die wir auf dich gestützet wandeln, Mächtiger! wer sonst als du, Lobwürdiger! empfängt das Lied? der Erde gleich, nimm gnädig unsre Worte an.

5. Der Menschen Hort, den reichen, zu besingenden, den Indra singen hohe Lieder an, den vielgerufnen, der durch reinen Sang erstarkt, den unsterblichen, den gepries'nen Tag für Tag.

6. Zu eurem Indra singen himmelstrebend auf, vereinet, liebend, die Gedanken allesammt; sie kosen ihm, wie Frauen dem Gemahl, zum Schutz, wie einem Bräutigam, dem Reinen, Mächtigen.

7. Den vielgerufnen Widder, den lobwürdigen Indra erfreut mit Liedern, ihn der Schätze Meer; dess Himmel nicht vergehn, den Menschenfreund, zu Freude preist den Weisen, den Freigebigsten.

8. Erhebe schön den Widder, den himmelspendenden, dess hundert schön gestaltige mit ihm gehe; zu Hülfe treib das opfereilende Gespann, den Indra, ich mit Liedern, wie ein Ross zur Schlacht.

9. Die milchgefüllten, Wesen-Segenspendenden, die weiten, breiten, schönen, honigträufenden Erd' und Himmel sind durch Varunas Gewalt befestigt, saamenstrotzend, nimmer alternd.

10. Als, Indra! beide Welten du hast angefüllt wie Morgenroth, da hat der grossen Weisen als grossen Allgebieter die Göttin Mutter dich gezeugt, die hehre Mutter dich gezeugt.

11. Erhebt opfergepaartes Lied dem Erfreuenden, der mit dem Sturm die schwarz beleibten niederschlug; schutzgierig lasst den segnenden, Blitzhaltenden, Marutumumgebnen rufen zur Genossenschaft.

Quelle:
Die Hymnen des Sâma-Veda. Leipzig 1848 [Nachdruck Hildesheim 1968], S. 231.
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