Älster, die

[233] Die Älster, plur. die -n, ein Raubvogel, welcher zu dem Geschlechte der Krähen oder Raben gehöret, eine schwarze mit weiß vermischte Farbe und einen langen Schwarz hat, den er beständig bewegt. In der Jugend lernet er reden, und ist alsdann sehr geschwätzig; Corvus Pica, L.

Anm. In Oberdeutschland heißt dieser Vogel Aglaster, Algaster, Agerst und bey dem Pez Agalaster. Bey den Angelsachsen war Agu sein Nahme. Wachter glaubt sehr unwahrscheinlich, daß der Zusatz an dem heutigen Nahmen von dem alten alen. gignere, herrühre, und daß Aglaster, oder nach der Hochdeutschen Mundart, Älster, eigentlich die jungen Vögel dieser Art bezeichne. Die erste Hälfte dieses Nahmens ist vielmehr eine Nachahmung seines natürlichen Geschreyes, welches auch das Griechische αιγασρα, das Ital. Gazza und Gazzuolo, das Engl. Agasse, und das Franz. Agace, Géay oder Jay sind, welche alle diesen Vogel, zuweilen aber auch die Dohle bezeichnen; denn beyde Vögel werden von den Schriftstellern, besonders den ältern, oft mit einander verwechselt. Die Schlesier nennen die Älster mit dem Zischlaute Schalaster, die Holsteiner Äxter, die Westphalen Exter, die Niedersachsen Hegester, Hester, Heher, andere Mundarten aber Atzel, Ätzel, Hetze, Gatze, u.s.f.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 233.
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Die Alster, ein Alltagsmärchen

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