Abendbrot, das

[22] Das Abendbrot, des -es, plur. inusit. eine besonders in Niedersachsen übliche Benennung des Abendessens, vornehmlich, wenn von geringen Personen die Rede ist.

Anm. In denjenigen Provinzen, wo das Landvolk des Tages sehr oft, und gemeiniglich sechsmahl isset, hat man ein gedoppeltes Abendbrot. Das erste, welches Nachmittags um drey Uhr gegessen wird, heißt in Niedersachsen das kleine Abendbrot, Halbabendbrot, ingleichen Vesperbrot, im Hannöverischen des Veremahl oder Verigemahl, in Oberdeutschland aber Jausen, ingleichen Unteressen, und Abendzehr. Das zweyte wird schlechthin Abendbrot, in Westphalen Nachtmisse, im Chur-Braunschw. Nagtsen und in Oberdeutschl. Nachtimbiß und Nachtessen genannt.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 22.
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