Anspinnen

[373] Anspinnen, verb. irreg. act. S. Spinnen. 1) Durch Spinnen mit etwas verbinden. Einen Faden an den andern anspinnen. Die Spinne hat ihr Gewebe an die Mauer angesponnen. 2) Anfangen zu spinnen. Einen Rocken anspinnen, anfangen daran zu spinnen, so daß er erst kraus werde. 3) Etwas Böses mit Überlegung anfangen oder verursachen. Etwas Böses[373] anspinnen, anstiften. Einen Krieg, Aufruhr, Unruhe, Zank, böse Händel anspinnen. Ingleichen als ein Reciprocum, nach und nach entstehen. Es hat sich ein Krieg angesponnen. Wenn sich nur da nichts anspinnet, Less. wenn nur da nichts Böses entstehet. Daher die Anspinnung.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 373-374.
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