Beflecken

[792] Beflêcken, verb. reg. act. 1. Von Flecken, macula, Flecken in etwas machen. 1) Eigentlich. Die Wäsche mit Dinte, die Kleider mit Koth beflecken. 2) Figürlich, für verunreinigen. Sich mit Lastern beflecken. Einen Altar mit Blut beflecken. Die Wahrheit mit Lügen beflecken. Das Ehebett beflecken. Sich mit eines andern Blute beflecken. Ein beflecktes Gewissen. Ingleichen für schänden, Unehre bringen. Seinen guten Nahmen beflecken. Beflecken hat alle Mahl den Begriff einer zurück bleibenden Unehre bey sich, daher heißt es bey dem Hofmanswaldau ganz richtig:


Mich hat zwar Mannes Blut bespritzt doch nicht befleckt.


So auch die Befleckung.

2. Von Fleck, frustulum, mit Flecken besetzen, bey den Schustern. Schuhe, Absätze beflecken, lederne Flecke auf die Absätze befestigen. Daher die Befleckung.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 792.
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