Dunkel, das

[1575] Das Dunkel, subst. indecl. plur. car. das vorige Beywort, in der adverbischen Gestalt, als ein Hauptwort gebraucht, die Dunkelheit. Es wird am häufigsten ohne Artikel gebraucht. Und war da Finsterniß, Wolken und Dunkel, 5 Mos. 5, 11. Finsterniß und Dunkel müssen ihn überwältigen, Hiob 3, 5. Ich kleide den Himmel mit Dunkel, Es. 50, 3. Dunkel war unter seinen Füßen, Ps. 18, 10. Zuweilen aber auch mit dem Artikel. Ihr seyd nicht kommen zu dem Dunkel und Finsterniß, Ebr. 12, 18. Die Nacht müsse ein Dunkel einnehmen, Hiob 3, 6. Im Hochdeutschen wird dieses Hauptwort wenig mehr gebraucht. Nur die Dichter erhalten es noch zuweilen im Andenken.


O, welch Geheimniß

Und welches Dunkel herrscht rings um uns her!

Schleg.


Man verwechsele es nicht mit dem Neutro des Adjectivs, wenn dieses substantive gebraucht wird, das Dunkele.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 1575.
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