Ehrerbiethung, die

[1657] Die Ehrerbiethung, plur. car. die Sorgfalt, jemanden auf alle mögliche Art zu verehren, d.i. seine Hochachtung gegen ihn an den Tag zu legen. S. Erböthig. Ehrerbiethung gegen jemanden haben. Einander mit Ehrerbiethung zuvor kommen, Röm. 12, 10. S. Ehrfurcht.

Anm. Dieses Wort ist das Verbale von dem ungewöhnlichen Zeitworte ehrerbiethen, Ehre erweisen. Den Endsylben nach findet zwischen Ehrerbiethung und Ehrerbiethigkeit allerdings ein Unterschied in der Bedeutung Statt, S. Keit; allein im gemeinen Leben werden sie häufig für einander gebraucht. In der edlern Schreibart fängt Ehrerbiethigkeit an zu veralten. Notker gebraucht dafür Erafti.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 1657.
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