Gestirn, das

[638] Das Gestirn, des -es, plur. die -e. 1) Ein Stern, wo ge die bloße müßige Verlängerungssylbe ist, mit welcher doch dieses Wort, obgleich nicht auf die beste Art, auch im Hochdeutschen vorkommt, besonders in der edlern und höhern Schreibart. Die Sonne ist das schönste Gestirn. 2) Als ein Collectivum, theils alle Sterne, oder doch Sterne überhaupt zu bezeichnen; ohne Plural. Das Gestirn hat seinen gewissen Lauf, Ps. 74, 16. Das Gestirn betrachten. Sich auf das Gestirn verstehen. Etwas aus dem Gestirne urtheilen. Findet man in diesen und andern R.A. den Plural, so stehet er in der vorigen Bedeutung für Sterne. Theils ein Sternbild, d.i. mehrere Sterne, welche man sich um der Deutlichkeit willen unter einem gewissen Bilde vorstellet; mit dem Plural. Das Gestirn des Wassermannes, der Fische.

Anm. Schon bey dem Ruodepert im 9ten Jahrh. Kestirn. Bey dem Ottfried sind Gestirri Sterne. S. Stern.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 638.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika
Buchempfehlung: Steinherr, Ludwig: Von Stirn zu Gestirn ISBN-13 9783865202680
Empfehlung

Steinherr, Ludwig

Von Stirn zu Gestirn

Von Stirn zu Gestirn
Buch & Media; Lyrikedition 2000, 2007. 109 S., 3865202683, 24,00 €.
Ludwig Steinherr spricht als Meister der flüchtigen Augen­blicke, in denen sich aller Vergänglichkeit zum Trotz eine Unvergänglichkeit gerade des ... weiterlesen
Bookmarks
delicious wong linkarena google