Maulaffe, der

[118] Der Maulaffe, des -n, plur. die -n, in der niedrigen Sprechart und verächtlichem Verstande, ein Mensch, welcher etwas mit aufgesperrtem Munde, mit dummer Verwunderung angaffet, und in weiterer Bedeutung ein dummer Mensch. Im Oberdeutschen ein Gähnaffe, Gienaffe, im Nieders. Jaanup,[118] Jaapup, Japsnute, Apenkroos, von Kroos, ein Krug, Flotzangel, von Flotze, das Maul. Er erhellet daraus, daß die letzte Hälfte dieses Wortes, nicht zu dem Worte Affe, simia, gehöret, sondern aus auf oder offen verderbt ist. Maulaffe bedeutet jemanden, welcher aus dummer Verwunderung das Maul auf oder offen hat, wie Gähnaffe so viel wie Gähnauf ist. Im Dänischen lautet daher dieses Wort Mundabe. Indessen hat die Zweydeutigkeit zu der figürlichen Redensart Anlaß gegeben, Maulaffen feil haben, das Maul gedankenlos aufsperren; Nieders. Gaapeyer (Gaffeyer) fangen.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 118-119.
Lizenz:
Faksimiles:
118 | 119
Kategorien: