Mondschein, der

[273] Der Mondschein, des -es, plur. die -e. 1) Der Schein des Mondes, dessen Zustand, da er uns andere Körper sichtbar macht, ohne Plural; das Mondlicht. Wir haben diese Nacht Mondschein. 2) Bey den Kunstdrechslern ist der Mondschein oder das Baucheisen ein Drehstahl mit einer zirkelförmigen Schneide, bauchige Sachen damit auszudrehen; eine Benennung, welche wohl einen andern Grund haben muß, als eine Figur, welche sehr ungereimt und unnatürlich seyn würde. Vielleicht ist die letzte Hälfte aus Schiene verderbt, und die erste von mahnen, als das Frequentativum von mähen, bewegen, drehen u.s.f. gebildet. Vielleicht ist es auch ein fremdes Wort, obgleich das Ital. mancino, link, hier nicht in Betrachtung zu kommen scheinet.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 273-274.
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273 | 274
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