Nirgends

[510] Nirgends, Nirgend, ein Nebenwort des Ortes, an keinem Orte, im Gegensatze des irgend oder irgends. Hab ich doch nirgend keine Hülfe, Hiob. 6, 13. Ein Gott desgleichen nirgend ist, Es. 46, 9. Ein Prophet gilt nirgend weniger als in seinem Vaterlande, Matth. 13, 7. Ich weiß nirgends hin. Ich sehe es nirgends. Im Grabe ist Trost für mich, sonst nirgends, Weiße. Nirgends wo, im gemeinen Leben, für nirgends.

Anm. Im Nieders. nergen, nargens. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter kommt dafür nieware vor, von war, wo, so wie in den gemeinen Oberdeutschen Mundarten statt nirgends auch nienen, nienent, und nindert, im Gegensatze des indert üblich. Nirgends mit dem s am Ende ist[511] im Hochdeutschen üblicher als nirgend, so wie irgend häufiger ist, als irgends. Im Böhmischen lautet dieses Nebenwort nikdez.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 510-511.
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510 | 511
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