Schaden

[1321] Schaden, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben bekommt, Schaden zufügen, in der weitesten Bedeutung, den Zustand eines Dinges oder einer Person unvollkommner machen, mit der dritten Endung der Person. Vieles Wachen schadet der Gesundheit. Das wird dir schaden, wird deiner Gesundheit, deinem guten Nahmen, deinem Wohlstande, deinem Vermögen nachtheilig seyn. So sie etwas tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden, Marc. 16, 15. Der Mund des Narren schadet ihm (sich) selbst, Sprichw. 18, 5. Wer ist der euch schaden könnte? 1 Petr. 3, 13. Das kann meinem Glücke schaden. Ich würde mir auf immer bey ihm geschadet haben, würde seine mir nöthige Gunst auf immer vermindert oder verloren haben. Was schadet es? was kann es für nachtheilige Folgen haben? Das kann ihm nicht schaden, oder das schadet ihm nicht, ein gewöhnlicher Ausdruck, seinen Mangel des Bedauerns über eines andern Unfall an den Tag zu legen. Die Hauptwörter das Schaden und die Schadung sind nicht üblich.

Anm. Bey dem Ulphilas mit der intensiven Endung, die wir noch in beschädigen haben, scathjan, bey dem Notker scadon, im Angels. scathan, im Engl. to scath, im Nieders. schaden, im Schwed. skada. Ursprünglich bedeutet es eine heftige Bewegung machen, welche es durch seinen Laut nachahmet, und figürlich durch solche heftige Bewegung verletzen; daher es ein naher Verwandter von schießen, Nieders. scheten, scheiden, Scheit, Schedel, in der Oberdeutschen Bedeutung der Trümmer, schütten, dem Hebr. שרר verwüsten, dem Lat. caedere, (der Römischen Aussprache nach kaedere,) dem nur der Zischlaut mangelt, dem alten Latein. scidere, für scindere u.s.f. ist. Schaden ist nur in der weitesten Bedeutung üblich. In der eigentlichen engern, körperlich verletzen, ist das Intensivum beschädigen eingeführet.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1321.
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