Steuermann, der

[362] Der Steuermann, des -es, plur. die -männer, oder -leute, auf den Schiffen derjenige, welcher das Schiff steuert, das Steuerruder führet, von welchem folglich der ganze Lauf und die Sicherheit des Schiffes abhänget. Auf großen Schiffen hat man deren zwey bis drey, welche alsdann durch die Wörter Ober- und Unter- unterschieden werden. Auf Handelsschiffen wird er oft[362] der Schiffer genannt, so wie er auf Bothen, Kähnen und andern kleinen Fahrzeugen nur der Steuerer heißt. Bey dem Notker nur Stiuro. Ehedem war in den Oberdeutschen Gegenden für Steuermann auch Marner und Morner sehr üblich, welches unter andern noch bey den Schwäbischen Dichtern häufig vorkommt. Daher die Steuermannskunst, plur. car. die Fertigkeit, das Schiff sicher und geschickt zu steuern; einer der wichtigsten Theile der Seefahrt.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 362-363.
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