Striegel, die

[450] Die Striegel, plur. die -n. 1. Ein gemeiniglich eiserner Kamm, mit mehrern Reihen kurzer Zähne und einem hölzernen Griffe, den Schweiß und Staub von dem Körper, besonders der Pferde, damit abzukratzen oder abzureiben; Lat. Strigilis, Ital. Striglia, Stregghia, Franz. Etrille. Die Pferdestriegel oder nur Striegel schlechthin, in einigen Oberdeutschen Gegenden Roßsträhl, von Strahl, Strähl, ein Kamm, im Nieders. Schrape, Schwed. Skrapa. In einigen Provinzen, besonders Ober-Deutschlandes ist es männlichen Geschlechtes, der Striegel. Die Endsylbe -el ist die Ableitungssylbe, welche ein Werkzeug bezeichnet, und beyde Geschlechter leidet. Das Stammwort ist streichen, weil das Striegeln in einer Art des Streichens bestehet. 2. Im Berg- und Hüttenbaue bedeutet der Striegel einen Zapfen, vermuthlich auch von Streichen oder Strich, so fern es eine Bewegung in die Länge bedeutet, da es denn eigentlich einen länglichen dünnen Körper bezeichnen würde. 3. Wenn Striegel in einigen Gegenden auch ein langes schmales Stück Feldes bedeutet, so ist es eine aus Strichel verderbte Aussprache, S. Strich.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 450-451.
Lizenz:
Faksimiles:
450 | 451
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika