Urbild, das

[959] Das Urbild, des -es, plur. die -er, ein Wort, durch welches man gesucht hat, das Latein. Original auszudrucken, im Gegensatze der Copie, welches aber doch sehr unschicklich ist, den Begriff dieses Wortes in allen Fällen zu bezeichnen. Auf welchem Planeten mag Gellert wohl das Urbild zu seiner kranken Frau gefunden haben? Wo es von einer Person ungewöhnlich ist, indem Bild für Person, in der anständigen Schreibart veraltet ist. Am erträglichsten ist es noch von einem gemahlten oder gezeichneten ursprünglichen Bilde, so fern es von der Copie unterschieden werden soll, obgleich in manchen Fällen beyde auch das Vor- und Nachbild genannt werden. Wenn von Schriften die Rede ist, so ist Urschrift eingeführet. S auch Original.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 959.
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