Versuchung, die

[1157] Die Versuchung, plur. die -en, von dem Zeitworte versuchen, doch nur allein in dem ersten Falle der dritten Hauptbedeutung, wo es 1 im theologischen Verstande, besonders in der Deutschen Bibel, jede veranstaltete Veränderung ist, die Beschaffenheit und Kraft eines Dinges zu erforschen, wie Prüfung. In der engsten Bedeutung ist die Versuchung daselbst eine Reitzung zum Bösen, besonders durch Scheingründe. Daher 2 in der weitesten Bedeutung oft eine jede Reitzung auch außer der theologischen Schreibart eine Versuchung genannt wird. Ich komme, gerathe in Versuchung, die Sache zu unternehmen. Wenn du wüßtest, was für Versuchungen ich überwinden müssen. Ich bin zuweilen in Versuchung gewesen, an der Wahrheit der Sache zu zweifeln. Führen sie ihn nicht in Versuchung, geben sie ihm keine Reitzung dazu. Bey dem Notker Irsouchunga und Ursoch.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1157.
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