Vierung, die

[1211] Die Vierung, plur. die -en, von dem schon ungewöhnlichen Zeitworte víeren. 1. Die Handlung des Vierens, ohne Plural; wo noch in der Geometrie die Quadratur des Zirkels, d.i. die Verwandlung eines Zirkels in ein gleichseitiges Viereck von eben so großem Inhalte, bey einigen die Vierung genannt wird. 2. Ein Viereck, eine Figur, welche vier gerade Seiten und vier Winkel[1211] hat. In die Vierung, in das Quadrat. Am üblichsten ist es noch im Bergbaue, wo die Vierung ein gevierter Raum ist, welcher die gesetzmäßige Breite einer Zeche ausmacht, und von der Fläche des Saalbandes an 31/2 Lachter in das Hangende und eben so viel in das Liegende beträgt, welcher Raum allemahl den Gewerken einer Zeche eigenthümlich gehöret, da denn auch das Recht über diese Vierung, die Vierungsgerechtigkeit genannt wird. Ein jeder belehnter Gang führet seine Vierung mit sich. Die Vierung leiden müssen, diesem Vierungsrechte eines ältern Gewerken weichen müssen. Jemanden in die Vierung fallen.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1211-1212.
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