Winkelhaken, der

[1561] Der Winkelhāken, des -s, plur. ut nom. sing. eigentlich ein nach einem rechten Winkel gebogener Haken, da denn verschiedene Werkzeuge und Theile derselben diesen Nahmen bekommen. Das eiserne[1561] und hölzerne Winkelmaß der Zimmerleute und Tischler wird oft nur Winkelhaken genannt. Bey den Schlössern ist es ein Hebel in Gestalt eines rechten Winkels, welcher in Deutschen Cassen-Schlössern den Riegel hebt. Bey den Buchdruckern ist es ein messingenes Lineal mit zwey rechtwinkeligen Wänden, worin die Zeilen rechtwinkelig eingesetzet werden. Der Winkelhaken der Schriftgießer ist ein langes Lineal mit einem rechtwinkeligen Ausschnitte, die gegossenen Schriften darin zu justiren. Bey den Orgelbauern ist es ein rechtwinkeliger Draht, welcher die Abstracten und Wellen zusammen hänget.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1561-1562.
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