Zacken, der

[1642] Der Zacken, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Zäckchen, Oberd. Zäcklein, ein spitz zulaufender Körper, eine Spitze, doch nur in manchen besondern Fällen. Eiszacken, gefrornes herab tröpfelndes Wasser in Gestalt langer Spitzen. Die Zacken an einem Hirschgeweihe, in der edlern Sprechart, die Enden. Die Zacken an einer Gabel, welche auch die Zinken heißen. Lichtzacken, das an einem Lichte herunter rinnende Talg. Zäckchen sind schmahle, mit kleinen Spitzen versehene Ränder, allerley kleine Kleidungsstücke damit zu besetzen, sehr schmahle Spitzen. Auch die Feigwarzen werden zuweilen Zacken genannt. Im Nieders. ist der Zacken ein Ast, in welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen fremd ist.

Anm. Im Niederd. Tack, im Schwed. Tagg, im Isländ. Taggar, im Engl. Tack, im Franz. Dague, welches sowohl einen Dolch, als die Enden an einem Hirschgeweihe, bedeutet. Es ist mit stechen nahe verwandt. In einigen Gegenden ist das Wort weiblichen Geschlechtes, die Zacke, in andern gebraucht man es zwar männlich, aber ohne en, der Zacke. Wenn es im Hüttenbaue in den Zusammensetzungen, Formzacken und Frischzacken, eine Art eiserner Platten bedeutet, so scheinet es hier von einem andern Stamme zu seyn, etwa von Dach.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1642.
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