Vulkan

[354] Vulkan (Mythol.), der Gott des Feuers und der Schmiede, ein Sohn Jupiters und der Juno. Wegen seiner häßlichen Gestalt wurde er von seinem Vater herab auf die Erde, und zwar auf die Insel Lemnos gestürzt, wo ihn aber Thetis dadurch, daß sie nebst der Eurynome ihn in ihrer Grotte aufnahm, vom Todte errettete, ob er gleich von diesem Falle ein lahmes Bein davon trug. Nachher erhielt er zur Entschädigung die Venus zur Gemahlin, die ihm jedoch untreu ward, und den wohlgestalteten u. rüstigen Mars vorzog. Sein Aufenthalt war, außer jener Insel Lemnos und den Liparischen Inseln, der Berg Aetna auf der Insel Sicilien, wo er mit den Cyclopen, seinen Gesellen, arbeitete, und insbesondere die Donnerkeile für den Jupiter schmiedete. Und daher kommt es auch, daß man überhaupt feuerspeiende Berge Vulkane zu nennen pflegt. Vulkan ist nun also eigentlich in der Götterlehre der Gott der mechanischen Kunste (einer der ersten des Alterthums), und ihm und seinen Cyclopen werden auch von den Dichtern alle herrliche, wunderbare und außerordentliche Werke der [355] Kunst zugeschrieben. Er wird übrigens als ein ältlicher, häßlich gestalteter Mann abgebildet, mit einem Hammer und einer Feuerzange in der Hand; oft sieht man ihn auch vor einem Ambos sitzen und schmieden. Bei den Griechen heißt er Hephästus, und bei den Lateinern zuweilen Mulciber.

Quelle:
Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 6. Amsterdam 1809, S. 354-355.
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