Schön

[650] Schön, wichtiger Begriff für die Kunsttheorie, bezeichnet die innige Durchdringung und das harmonische Gleichgewicht der geistigen Idee und der sinnlichen Form; das Schöne ist das verwirklichte Ideal. Die Lehre vom Schönen ist die Ästhetik. – Schöne Künste, s. Kunst. – Schöne Wissenschaften (frz. Belles-lettres), früher die Dichtkunst und Redekunst (s. Belletristik); Schöngeist (frz. Bel-esprit), wer sich vorzugsweise damit beschäftigt. – Schöne Seele (nach Rousseau in der »Neuen Heloise« und Goethe in »Wilhelm Meisters Lehrjahren«), das moralisch wie ästhetisch feinfühlende Gemüt.

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 650.
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