Stereotypen

[407] Stereotypen, wörtlich feste Buchstaben, stehende Lettern, nennt man die mit beweglichen Buchstaben und Zahlen zusammengesetzten Seiten, wenn sie mittelst eines Gusses in ganze Platten verwandelt worden sind, welche daher nicht mehr der Gefahr einer Verrückung ausgesetzt sind. Auch sind große pecuniäre und anderweitige technische Vortheile mit dieser Erfindung verknüpft. Der erste Erfinder derselben soll zu Ende des 17. Jahrh. J. van der May in Leyden gewesen sein: dem berühmten Pariser Buchdrucker Firmin Didot (1795) aber gebührt das Verdienst, sie bedeutend vervollkommnet und zuerst wahrhaft ins praktische Leben eingeführt zu haben. Nach ihm machten sich vorzüglich um diese Kunst, in England: Lord Stanhope und Watson, und in Deutschland: Falke in Wien, Graf Sinzendorf und Tauchnitz in Leipzig verdient. Jetzt besitzen alle Schriftgießer, wenn sie nicht ganz unbedeutend sind, zugleich Stereotypengießereien.

4.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 9. [o.O.] 1837, S. 407.
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