Vaudeville

[302] Vaudeville. Olivier Basselin, ein Walker in der Normandie,[302] im Anfange des 15. Jahrh, pflegte launige Lieder zu dichten und sie, während er sein Tuch in die Rahmen spannte, in den Vaux oder Thälern an den Ufern des Flusses Vire zu singen. Diese, von leichtem französischem Witz sprühenden Lieder, denen oft auch eine komische Tagesbegebenheit zu Grunde lag, gingen hierauf unter das Volk über und wurden zuerst Vaux de Vire genannt, was sich allmälig in V. umwandelte. Später, zuerst auf dem seit 1791 zu Paris eröffneten Théàtre du vaudeville, durchwebte man mit solchen, zugleich gefällig modulirten, Volksliederchen kleine Komödien, woraus das heutige V. oder das Liederspiel entstand, in welchem Genre Scribe und Malesville, und unter den Deutschen besonders Angely, Blum und von Holtei so manche artige Blümchen der Bühne zuführten.

–r.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 10. [o.O.] 1838, S. 302-303.
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