Plethon, Georgios Gemistos

[560] Plethon, Georgios Gemistos (d.h. der »Vollgewichtige«, welchen Namen er in den gleichbedeutenden; an Platon anklingenden Namen »Plethon« änderte), geb. 1389 in Konstantinopel, hielt (seit 1438) in Florenz Vorträge über die Platonische Philosophie, durch die er Cosmo von Medici zur Gründung der Florentinischen Akademie veranlaßte, gest. 1464. = P. ist einer der bedeutendsten Erneuerer des Studiums der Platonischen Philosophie. Den Aristotelismus bekämpft er energisch in mehreren Streitschriften. Er selbst ist in seinen Anschauungen wesentlich Neuplatoniker. Von dem göttlichen Einen emanieren nach ihm die (als geistige Wesen gedachten) Ideen und von diesen die Seelen, während die Materie von Gott geschaffen ist.

SCHRIFTEN: Über den Unterschied zwischen der Platonischen und Aristotelischen Philosophie (griechisch um 1440 verfaßt, nebst lateinischer Übersetzung 1532, 1574 erschienen). – Über das Schicksal. Kompendium Zoroastischer und Platonischer Lehrsätze (griech. u. latein. 1722, 1824). – Erklärung der vier Tugenden (mit latein. Übersetzung 1552). – Vgl. W. GASS, Gennadius und Pletho, 1844. – FR. SCHULTZE, G. G. Plethon, 1871.

Quelle:
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. Berlin 1912, S. 560.
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