Antonius.

[478] An die Niederlage des Crassus wollen wir sofort die Betrachtung des Zuges anschließen, in dem Antonius 17 Jahre später (36 v.Chr.) den Schimpf von Carrhä zu rächen unternahm. Er bereitete den Feldzug, wie es scheint, sehr sorgfältig vor. Sein Heer war mehr als doppelt so groß, als das des Crassus,247 es zählte nicht weniger als 10000 Reiter und war mit Schleuderern versehen, deren Kugeln weiter flogen als die parthischen Pfeile und selbst Panzer durchschlugen248

Antonius ging an derselben Stelle wie Crassus über den Euphrat (bei Zeugma), und nahm dieselbe Richtung und auch ungefähr denselben Weg wie einst Alexander, direkt von West nach Ost, wo die armenisch-karduchischen Berge in die Ebene übergehen, die Richtung, in der die Städte Edessa, Nisibis, Tigranocerta liegen oder gelegen haben. Die Parther wagten dieses Heer nicht anzugreifen; Antonius überschritt den Tigris und drang, die Richtung nach Osten beibehaltend, in Medien (Atropatene) ein, das einen parthischen Vasallenstaat unter dem König Artavasdes bildete. Hier sollte der mit den Römern verbündete König von Armenien, ebenfalls des Namens Artavasdes, noch mit einer bedeutenden Streitmacht zu ihm stoßen. Sein Plan ist offenbar gewesen, auf Armenien zunächst Medien von der parthischen auf die römische Seite hinüberzuziehen. Man hat gefragt, weshalb er nicht am Euphrat abwärts in das fruchtbare mittlere Mesopotamien gezogen sei, wo die große Griechenstadt Seleucia die Römer als Befreier erwartete. In Ktesiphon, dem Vorort von Seleucia residierten die parthischen Könige; sie von hier zu vertreiben, wäre also schon ein großer Erfolg gewesen.[478] Die Antwort wird sein, daß von Seleucia aus die weitere Offensive für ein großes Heer über die Berge nach Parthien zu nicht leicht war. Gelang es aber, Medien zum Anschluß zu bewegen, so waren die Parther ohnehin gezwungen, Mesopotamien aufzugeben, und die Römer wären für die Fortführung des Krieges in jeder Richtung gut basiert gewesen. Antonius nahm also den Weg auf die medische Hauptstadt Phraaspa, wahrscheinlich heute Tachti Suleiman, 42 Meilen östlich von Gaugamela, wo der König Artavasdes seine Familie und seinen Schatz bewahrte. Die Römer werden gerechnet haben, daß, wenn sie diese Stadt genommen hätten, Artavasdes, dem man ja gute Bedingungen stellen konnte, sich ihnen ebenso unterwerfen werde, wie sein Namensvetter von Armenien. Um die Belagerung mit imponierender Schnelligkeit durchführen zu können, brachte das römische Heer schon die Maschinen mit, unter anderem einen 80 Fuß langen Sturmbock, denn in Atropatene wuchs kein starkes Holz. Diese Maschinen, die nur langsam bewegt werden konnten, wurden unter Bedeckung von zwei Legionen nachgeführt; Antonius selbst mit dem Gros zog vorauf, um schnell vor der feindlichen Feste zu erscheinen und die Belagerung einzuleiten.

Da geschah es, daß der nachziehende Train unter dem Kommando des Oppius Statianus sich von den Parthern überfallen ließ, aufgerieben und die Belagerungsmaschinen zerstört wurden. Wie das im einzelnen zugegangen ist, wissen wir nicht, aber der Vorgang ist nicht denkbar, ohne daß von seiten des römischen Generals die schwersten Fehler gemacht worden sind. Seine langen Wagenzüge mit zwei Legionen gegen das parthische Reiterheer zu schützen, war allerdings unmöglich, und ein Angriff der von Süden kommenden Parther war vorauszusehen, da man ja eine Art Flankenmarsch an ihnen vorbei machte. Es ist aber ausgeschlossen, daß Antonius dem Zuge nicht auch Reiterei zugeteilt hatte, die das Nahen der Parther rechtzeitig bemerken und melden konnte und mußte. Dann hätten die Römer ein befestigtes Lager beziehen müssen, worin sie sich gegen die feindlichen Reiter sehr gut verteidigen konnten, bis Antonius kam und sie entsetzte. Wen nun auch die Schuld an der Unaufmerksamkeit getroffen haben mag, jedenfalls wurde durch diese Niederlage dem Feldzugsplan des Antonius das Rückgrat gebrochen, um so mehr, als der armenische[479] König Artavasdes, voller Schreck über die Nachricht und vermutlich im Herzen nicht einmal so sehr unglücklich darüber, mit seinem Heer das den Anschluß an die Römer noch nicht erreicht hatte, umkehrte und in sein eigenes Land, um es zu schützen und sich selbst zu retten, zurückkehrte.

Antonius hatte Zähigkeit genug, trotzdem noch nicht abzulassen, versuchte Phraaspa mit improvisierten Maschinen zu nehmen und zog auch noch ein Stück weiter ins Land hinein, in der Hoffnung, die Parther zu einer Schlacht zu verlocken. Man könnte die Frage aufwerfen, warum er sein noch immer gewaltiges Heer, dem die Parther nicht die Stirn zu bieten wagten, nicht teilte. Der Umfang von Tachti-Suleiman ist nur 1330 Schritte; ein mäßiges Korps hätte also genügt, die Felsenfeste einzuschließen und die Belagerung fortzusetzen; durch eine Circumvallation konnte man sich gegen die parthischen Reiter schützen, während das Gros auf Ekbatana oder nach Hyrkanien zu weiter vorging. Aber man hätte damit vermutlich nichts erreicht. Alles kam darauf an, ob man Atropatene von den Parthern losriß oder nicht. Von dieser Basis aus hätte man den Krieg fortsetzen können; ohne sie immer weiter in das feindliche Gebiet vorzudringen, wäre höchst gefährlich gewesen. Nach dem glänzenden Siege der Parther über Oppius Statianus hätte sicherlich nichts anderes als die Einnahme von Phraaspa den König von Atropatene zum Parteiwechsel bewogen. Antonius aber mußte erleben, daß, als er einmal ausgezogen war, die Belagerten einen glücklichen Ausfall machten und seinen Annäherungsdamm verbrannten, so daß der Feldherr voller Zorn die härteste Strafe, die Dezimierung über zwei Kohorten verhängte, die beschuldigt wurden, sich nicht gut genug geschlagen zu haben. Als mit Fouragierungen aus der Umgegend endlich keine Lebensmittel mehr zu beschaffen waren und keine Aussicht auf den baldigen Fall der Festung erschien, blieb nichts übrig, als den Rückmarsch anzutreten.

Wohl weniger, weil sein Heer nicht mehr kampffähig gewesen wäre, als weil er auf dem Wege, auf dem er gekommen, keine Lebensmittel mehr zu finden hoffen konnte, schlug Antonius eine andere Straße ein. Statt durch die mesopotamische Ebene, nahm er den Weg ins Gebirge, nach Norden, durch Armenien hindurch, wo der[480] verbündete König ihn zu verpflegen hatte.249 Die Parther fügten ihm auf diesem Rückzug noch erheblichen Schaden zu, und wenn auch in jedem eigentlichen Gefecht die Römer siegten, sie zurücktrieben und verjagten, so wurde doch das Heer moralisch stark erschüttert und Antonius hielt es für geraten, nicht in der üblichen Weise morgens, sondern mittags aus seinem Lager aufzubrechen, um gegen Abend möglichst viel Zeit für einen unbelästigten Marsch zu gewinnen.250

Die Feldzüge des Crassus und Antonius lenken den Blick so vorwärts wie rückwärts. Wir werden an sie anzuknüpfen haben, wenn wir im nächsten Bande erörtern, weshalb Mesopotamien dauernd die Grenze des Römergebietes blieb und kein römischer Feldherr den Zug Alexanders wiederholt hat.

Hier aber fragen wir noch einmal, wie es möglich war, daß der König des kleinen Macedonien Asien bis zum Indus unterwarf, während römische Heere, ebenso groß und viel größer als das seine, dabei scheiterten und zugrunde gingen. Die geniale Persönlichkeit Alexanders genügt nicht zur Erklärung; die Kriegskunst des Okzidents war mittlerweile in der römischen Kohortentaktik so sehr gesteigert, das Kriegswesen der Römer dabei so viel massiver als das der Macedonier, daß die Persönlichkeit allein das nicht ausgeglichen haben kann.

Die strategische Gestaltung des Feldzuges des Antonius hat mit dem Gaugamela-Feldzug Alexanders sogar eine noch größere Ähnlichkeit, als es auf den ersten Anblick scheint. Als die Parther Crassus überwältigt hatten, gingen sie nach einiger Zeit aggressiv weiter vor, wurden aber endlich von einem Legaten des Antonius im nördlichen Syrien geschlagen. Diese Niederlage kann man mit der von Issus vergleichen: ungefähr die Provinzen, die Darius nach Issus noch behielt, bildeten das parthische Reich des Königs Phraates IV., gegen den Antonius auszog. Der Römer nahm, wie wir gesehen haben, durch das obere Mesopotamien ungefähr denselben Weg wie Alexander, ist auch wohl in derselben Gegend wie dieser über den Tigris gegangen, ohne daß es bei diesem wie jenem vorher[481] zum Kampf gekommen wäre. Wenn nun Darius, statt sich bei Gaugamela zur Schlacht zu stellen, wie Phraates die Schlacht vermieden, sich auf die Verteidigung seiner festen Plätze beschränkt und den Macedoniern die Lebensmittel abgeschnitten hätte?

Um dieses Stratagem durchführen zu können, muß dir moralische Widerstandskraft von Volk und Staat sehr groß sein. Auch nach der Niederlage von Gaugamela hätten die Perser sich ja nach der Weise der Parther weiter verteidigen können, aber alle die großen Städte Babylon, Susa, Persepolis, Ekbatana öffneten den Macedoniern ohne jeden Widerstand die Tore, ja, die Befehlshaber luden sie wohl gar ein, zu kommen, und bald wurde der flüchtige König von einem seiner Satrapen entthront und ermordet. Darius Codomannus selber stammte aus einer Nebenlinie der Achämeniden und war nur durch eine Palastrevolution, der schon viele andere voraufgegangen waren, auf den Thron gekommen. Diese innere Schwäche des Perserreichs darf nicht außer acht gelassen werden, wenn man die unvergleichlichen Erfolge Alexanders betrachtet. Das Partherreich stellte eine Reaktion des Asiatentums gegen die hellenisch-macedonische Herrschaft dar, aber doch nicht die reine Barbarei, sondern unter einer gewissen Annahme hellenischer Kulturelemente. An dem Tage der Siegesfeier von Carrhä wurde an dem Hofe des parthischen Königs eine Tragödie des Euripides aufgeführt. Als Antiochus III. von Syrien sein Reich noch einmal bis nach Indien ausdehnte (209), konnte er die Parther und Baktrer doch nicht einfach unterwerfen, sondern mußte sie als halb unabhängige Vasallenstaaten bestehen lassen. Als Antiochus VII. es wiederum unternahm, das syrische Großkönigtum herzustellen und siegreich in Medien eingedrungen war, wurden seine Soldaten in den Winterquartieren, in die man sie der Verpflegung halber verteilt hatte, von den Einwohnern überfallen und umgebracht (129 v.Chr.). Alexander der Große hat nirgends einen derartigen Widerstand erfahren. Das persische Reich, das er zerstörte, war zwar sehr groß, aber innerlich morsch und haltlos. Durch diese Bemerkung wird nicht etwa die persönliche Bedeutung Alexanders nachträglich herabgedrückt, so wenig wie man an dem Lorbeer Napoleons zupft, wenn man darlegt, wie kraftlos die Monarchie Friedrichs des Großen im Jahre 1806 geworden war. Persien war bereits in einer Art innerer[482] Auflösung, als der macedonische Angriff nahte. Diese unzweifelhafte Tatsache läßt alle die griechischen Erzählungen von dem Übermut und der Zuversicht des persischen Hofes sehr anfechtbar erscheinen, und von diesem Gesichtspunkte aus ist es auch höchst unwahrscheinlich, daß Darius imstande gewesen sein soll, zwei sehr starke Heere hintereinander auf die Beine zu bringen. Dazu gehört nicht nur eine straffe staatliche Organisation, eine tüchtige Verwaltung, um die Verpflegung zu ermöglichen, sondern auch guter Wille von unten. Alles das fehlte bereits dem persischen Reiche; noch nachträglich daher haben wir hieran ein neues Argument, daß die Heere des Darius nicht nur nicht groß, sondern sogar numerisch kleiner gewesen sind als die macedonischen.


Von dem Feldzug des Antonius habe ich ein wesentlich anderes Bild gewonnen, als es bisher, namentlich von GUTSCHMIDT in seiner »Geschichte Irans« (1888) und GARDTHAUSEN »Augustus und seine Zeit« (1891), gezeichnet worden ist.

Man nimmt an, daß unsere Berichte sämtlich auf eine einzige Quelle, einen Begleiter des Antonius, Dellius, zurückzuführen sind; der eine Historiker hat daraus dies, der andere jenes entnommen und dem Auszug seine subjektive Färbung gegeben. Die Färbung bei Plutarch ist dem Antonius wohlwollend gehalten, die bei Dio und den auf Livius zurückgehenden kleinen lateinischen Autoren ist ihm feindlich (Gutschmidt S. 97 Anmerk. 3). Die Hauptsache aber ist, daß Dellius, obgleich von den äußeren Vorgängen ganz gut unterrichtet, offenbar von dem eigentlichen Zusammenhang der Dinge nichts gewußt oder nichts verstanden hat. Vorzimmerklatsch über den Feldherrn, der die Kriegsregeln vergißt, weil er nach Kleopatra schmachtet, und rhetorische Ausmalungen waren sein Interesse. Vor dem Klirren der Waffen der römischen Legionen sollen den Parthern die Pferde scheu geworden sein, und deshalb ergriffen sie die Flucht. Als Antonius den Rückzug antreten will, muß ein kluger Mann, ein ehemaliger Soldat des Crassus kommen, der siebzehn Jahre in parthischer Gefangenschaft gewesen ist, und den römischen Feldherrn belehren, daß die parthischen Reiter in den Bergen weniger gefährlich sind, als in der Ebene. Gegen die parthischen Pfeile machten die Römer ein Schilddach. Die Parther hielten das für ein Zeichen, daß es mit den Römern zu Ende sei, aber plötzlich stürmten die Römer wieder auf sie los. Alle diese Geschichten ebenso wie alle Angaben über die Heereszahlen der Parther sind natürlich vollständig zu streichen.

Von dem Hinmarsch des Antonius sagt Gardthausen, II, 11, 153, die Route sei nicht zu begreifen, aber auch nicht zu bezweifeln, da die Quellen angeben, Antonius sei durch Armenien marschiert. Armenien aber[483] ebenso wie Arabien ist ein viel zu unbestimmter geographischer Begriff und unsere Quellen in solchen Einzelheiten viel zu sehr Mißverständnissen ausgesetzt, als daß wir auf Grund solcher einzelnen Worte in den Erzählungen einem Feldherrn wie Antonius etwas ganz Unsinniges zuschreiben dürften; am allerwenigsten, wenn man in Betracht zieht, daß der Wortlaut der Nachricht bei Plutarch (Anton. cap. 37) sagt, Antonius sei (von Zeugma aus) »durch Arabien und Armenien« marschiert. Sachlich aber: weshalb soll er die Ebene vermieden haben? Er war ja in allen Waffen stark genug, den Parthern die Schlacht zu bieten, und suchte sie.

Gardthausen selber (I, 1, 295) führt ganz richtig aus, daß Antonius bei Zeugma über den Euphrat gesetzt, durch Osroëne und Mygdonien zum Tigris und weiterhin südlich des Urmiases marschiert sei. Das ist die grade Linie, die weiter nach Phraaspa führt; Armenien ist dazwischen nicht einschiebbar und entweder einfach zu streichen, oder in seiner größten Ausdehnung, die das obere Mesopotamien einschließt, aufzufassen.

Damit fällt auch die Vorstellung, Antonius habe von Norden her in Parthien eindringen wollen; sie steht ja ohnehin in Widerspruch mit der Angabe, (Gardthausen I, 1, 295) er sei südlich des Urmiases marschiert.

Zu streichen ist ferner die Vorstellung, als habe Antonius mit seinem Feldzugsplan die Parther getäuscht und überrascht; es war die ganz gewöhnliche Route, auf der er kam, und die Annäherung eines so ungeheuren Heeres macht sich lange vorher so bemerklich, daß König Phraates keine besondere Mühe aufzuwenden hatte, sie rechtzeitig zu erfahren.

Der Rückzug war natürlich nicht ohne Schwierigkeiten und Verluste, aber bei der starken Reiterei und den vortrefflichen Schleuderern, über die die Römer noch immer verfügten, können die Parther ihnen unmöglich so sehr viel angehabt haben. Die Schilderungen von den Leiden und Gefahren, wie von der Verzweiflung des Feldherrn sind rhetorische Übertreibungen.

Zur 2. Auflage. Die Untersuchungen KROMAYERS über diesen Feldzug, Hermes Bd. 31 (1896), war mir bei der Abfassung des Vorstehenden noch nicht bekannt geworden. Ich kann mich ihr aber auch nachträglich nicht anschließen, sondern halte sie in dem entscheidenden Punkt für verfehlt. Kromayer glaubt, daß Antonius sich mit dem Heer, das er bei Zeugma versammelte, nicht stark genug gefühlt habe, mit den Parthern in der mesopotamischen Ebene zu schlagen und deshalb in ungeheurem Bogen nach Norden den Weg durch Armenien genommen habe, um sich auf dem Marsch durch die Berge zu schützen und unterwegs noch Verstärkungen, die römischen Truppen unter Crassus, der im Jahre vorher im Kaukasus gefochten, und[484] das Heer des Armeniers Artavasdes an sich zu ziehen. Der quellenmäßige Beweis aber, den er für diesen Marsch zu führen sucht, ist mißglückt – man braucht nur die von ihm zitierten Stellen im Zusammenhang nachzulesen – und sachlich ist es völlig unglaublich, daß Antonius, der, selbst wenn einige Korps noch nicht zu ihm gestoßen waren, ein ungeheures Heer zur Hand hatte, einer Schlacht mit den Parthern aus dem Wege gegangen sein soll. Schon sein Legat Ventidius hatte in den vorhergehenden Jahren die Parther mehrfach in großen Schlachten geschlagen, und Antonius hatte nicht weniger als 10000 Mann Kavallerie. Die 16000 schweren Reiter, die der Armenier Artasvasdes den Römern noch zuführen sollte, sind natürlich Fabel. Die Verstärkung, die Antonius auf seinem nördlichen Marsche durch das Kontingent der Armenier und vielleicht das Korps des Crassus gewann, wäre zum nicht geringen Teil durch die bloßen Marschverluste, die der Umweg von mehr als 100 Meilen durch Alpenland an Menschen und Material mit sich brachte, absorbiert worden. Wenn Kromayer anführt, daß auch Cäsar durch Kleinarmenien habe gegen Parthien ziehen wollen, so hat er nicht bedacht, daß dieser von Rom kam, des Antonius Heer aber aus Syrien; was für Cäsar also der gerade Weg gewesen wäre, war für Antonius der Umweg.[485]

Quelle:
Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte. Berlin 1920, Teil 1, S. 478-487.
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