Fußnoten

1 Lucian. Dial. Mort. 14: ἐλεύϑεροι ἄνδρες.

2 Von den dorischen Phylen findet sich in dem makedonischen Volk oder Adel, soviel mir bekannt, keine Spur. Der König nimmt in die Reihe der Hetairen auch Fremde auf. Theopomp. [F Gr Hist II 115 F 224]: οἱ ἑταῖροι αὐτοῦ ἐκ πολλῶν τότων συνεῤῥυηκότες οἱ μὲν γὰρ ἐξ αὐτῆς τῆς χώρας, οἱ δὲ ἐκ Θετταλίας, οἱ δὲ ἐκ τῆς ἄλλης Ἑλλάδος, οὐκ ἀριστίνδην ἐξειλεγμένοι. Die 800 Hetairen Philipps besaßen nach Theopomps Schätzung wohl so viel Land als 10000 Hellenen, also in Makedonien große Güter, die es in der hellenischen Welt wenigstens innerhalb der Thermopylen nicht mehr gab.

3 Aristoph. Ran. 85: μακάρων εὐωχίαν. Anderes bei Aelian. V. H. XIV 17; II 21. Die Dichter Agathon, Choirilos, Euripides, der Maler Zeuxis waren an seinem Hofe; Platon wird als ihm sehr befreundet genannt, Athen. XI, p. 508 usw.4 Eurydike ist die Tochter des Sirrhas von Elymiotis aus seiner Ehe mit einer Tochter des Lynkestiers Arrhabaios, Strabo VII, p. 326. Der Bruder der Eurydike ist Derdas, der, als er Amyntas den Kleinen ermordete (390), noch in der Blüte der Jugend stand, also etwa 406 geboren war. Aus dieser Ehe sind dem Amyntas drei Söhne geboren: Alexandros, Perdikkas, Philippos, von denen der älteste, als der Vater starb (369), vielleicht 16 oder 17 Jahre, der jüngste, Philippos, 10 Jahre alt war; also die Ehe mag 386 geschlossen sein.

5 Die Einrichtung der Reiterei der Hetairen und des Fußvolks der Pezhetairen sowie die Einteilung der letzteren εἰς λόχους καὶ δεκάδας καὶ τὰς ἄλλας ἀρχὰς führt Anaximenes [F Gr Hist II 72 F 4] auf Philipps älteren Bruder Alexandros zurück. Aus der bekannten Charakteristik, die Demosthenes (Olynth. II 17) von der Armee Philipps um 348 gibt, könnte man auf einen Gegensatz zwischen dem Aufgebot auf der einen, den ξένοι und πεζέταιροι als stehenden Truppen auf der anderen Seite schließen, wenn nicht die Angabe sichtlich und vielleicht absichtlich schief wäre. Aber man sieht, daß die ξένοι, also geworbene Leute, von Anfang eine Rolle in diesem Heerwesen spielen, ähnlich wie in dem thessalischen des Jason die 6000 ξένοι (Xen. Hell. VI 1, 5.)

6 Ein Beispiel des Ehrgefühls gibt jener Pausanias, der des Vorwurfs, Weibisches zu dulden, sich damit entledigt, daß er in einer Schlacht gegen die Illyrier, den König zu retten, der in großer Gefahr war, vor ihn hintrat und sich in Stücke hauen ließ (Diod. XVI 93). Anderes wird von einem anderen Pausanias zu erwähnen sein.

7 Plut. Alex. 2. Ihr Vater Neoptolemos wird bereits im Beschluß des attischen Seehundes von 378/7 [I G II2 43, Z. 14] neben seinem Vater Alketas genannt. Nach dem Tode des Alketas teilte Neoptolemos mit seinem Bruder Arybbas nach kurzer gemeinsamer Regierung das Königtum der Molosser, und nach Neoptolemos' Tod, übernahm die Vormundschaft seiner Kinder Olympias und Neoptolemos ihr Oheim Arybbas. Olympias wurde 357 Philipps Gemahlin; bald war auch deren Bruder am Hofe Philipps (in Macedoniam nomine sororis arcessit omnique studio spe regni sollicitatum usw.; Justin. VIII 6). Schon 352 fand Philipp Anlaß, wider Arybbas zu kämpfen (Dem. Olynth. I 14). Dann, als Alexandros zwanzig Jahre alt war, veranlaßte er ihn, die Waffen gegen seinen Oheim zu erheben (ereptum Arybbae regnum puero admodum tradit; Justin. 1. c.). Nach Athen geflüchtet, erwirkte Arybbas den Beschluß, daß die attischen Strategen Fürsorge treffen sollten, ὅπως Ἀ[ρύββα]ς καὶ οἱ παῖδες αὐτοῦ [κομί]σωνται τὴν ἀρχὴν τὴν πατρ[ώαν] [I G II2 226]. Damals eroberte Philipp auch die von den Eleiern gegründeten Städte in der Kassopia am Ambrakischen Meerbusen und übergab sie dem Molosser. Arybbas scheint bald darauf gestorben zu sein, Alesandros blieb der alleinige Herr in Epeiros.

8 Es ist ein olympischer Sieg Ol. 106, die Eroberung von Poteidaia, ein Sieg des Parmenion über die illyrischen Dardaner (Plut. Alex. 3). Der Synchronismus dieser drei Vorgänge ist, wie viele ähnliche Synchronismen der griechischen Geschichte, vielleicht volksmäßige Kombination, vielleicht schulmäßige Gedächtnishilfe, gewiß ohne pragmatischen Wert.

9 Wenn diese von Plutarch aufbewahrte Anekdote sicheren Grund hat, so muß sie wohl vor dem Kriege gegen Perinth und Byzanz vorgefallen sein, also ehe Alexander fünfzehn Jahre alt war. Vorher schon waren der Perser Artabazos und dessen Schwager, der Rhodier Memnon, als Flüchtlinge am Hofe zu Pella.

10 Kein Zweifel, daß dieser im Altertum berühmte Brief eine Fälschung ist; Aristoteles, damals noch nicht dreißig Jahre alt, hatte noch nicht den Ruhm, den dieser Brief voraussetzt.

11 In der Tat ist die Keuschheit eine seiner schönsten Tugenden und durch viele Beispiele bewährt. Als Jüngling war er so entfernt von Wollust, daß seine Eltern voll Besorgnis ihn durch eine schöne Hetäre zu verführen suchten, die sich in sein Schlafgemach schleichen mußte; Alexander wandte sich voll Scham von ihr und beklagte sich bitter über das Geschehene.

12 Unter den vielen dahin gehörigen Erzählungen besonders bezeichnend ist die von dem wunderbaren Einfluß, den die Musik auf ihn ausübte; als Antigenides einst ein Kriegslied zur Flöte sang, sprang Alexander auf und griff nach den Waffen. (Plut.) de fort. Alex. II 2.

13 Die Art dieser Abhängigkeit ist unklar. Satyros (fr. 5) sagt von Philipp: προσεκτήσατο δὲ καὶ τὴν Μολόττων βασιλείαν γήμας Ὀλυμπιάδα. Es muß also eine Art weiblicher Sukzession für Epeiros in Übung gewesen sein, Olympias mit ihrem Bruder Alexandros als Erbin der einen Hälfte des Landes gegolten haben, während die andere ihr Oheim und Vormund Arybbas innehatte. Diesen und sein Geschlecht hatte Philipp dann vertrieben, die Städte am Ambrakischen Busen noch hinzugewonnen, diese und das ganze Königtum an Alexandros übergeben; gewiß nicht ohne Bedingungen. Früher war Epeiros in Dependenz von Thessalien gewesen; der König Alketas wird bei Xen. Hell. VI 1, 7 als ὁ ἐν Ἠπείρῳ ὕπαρχος bezeichnet.

14 Plut. Alex. 14; Paus. II 2, 4 etc. Auf diese Zeit bezieht sich wahrscheinlich die artig erfundene Geschichte, die sich bei Alexanders Besuch in Delphoi zugetragen haben soll: da die Pythia nicht weissagen wollte, weil es nicht die Zeit war (es galt dafür, daß in den Wintermonaten Apollon fern sei), so ergriff sie Alexander am Arm, um sie wider ihren Willen zum Dreifuß zu führen; sie rief: »O Sohn, du bist unwiderstehlich!« und freudig nahm Alexander ihren Ausruf als Orakel an.

15 Die Vorgänge bei Magnesia, wo der persische Feldherr Memnon die Oberhand behielt, fallen noch vor das Ende des Attalos, der bei Polyän (V 44, 4) neben Parmenion genannt wird, also noch in das Jahr 336.

16 Die Stärke des Heeres wird nicht angegeben. Doch sieht man aus Arrian, der von der Ritterschaft drei oder vielmehr vier Ilen nennt (I 3, 5), daß wenigstens 1500 Mann von der Ritterschaft mit waren (I 3, 6). Genannt werden ferner das Agema und die andern Hypaspisten, also mehrere Taxeis, ferner die Phalangen des Koinos, Perdikkas, Amyntas (I 6, 10; I 8, 1); aus I 4, 5 ist zu schließen, daß auch die des Meleagros und Philippos mit waren, ja vielleicht (I 2, 1) noch zwei andere. Endlich werden 2000 Bogenschützen und Agrianer genannt – im ganzen vielleicht eine Streitmacht von 20000 Mann. Daß auch Geschütz (μηχαναί) mit war, ergibt Arrian I 6, 8.

17 Das thrakische Volk der Geten hatte noch 340 zu König Philipp gehalten, weil er ihren Bedränger, den Skythenkönig Ateas, bekämpfte und besiegte. Alexanders Feldzug zeigt, daß sie jetzt auf dem Nordufer der Donau saßen. Er mag bei seinem Auszug nicht einen Angriff auf sie beabsichtigt, sondern gegen die Triballer die Schiffe von Byzanz aufgeboten haben. Daß sie, jenseits der Donau, ihre Streitmacht zusammenzogen, wird ihm die Notwendigkeit gezeigt haben, auch ihnen eine Lektion zu geben.

18 Nach eines Botanikers mündlicher Mitteilung, der hier Mitte Mai das Getreide bereits mannshoch stehen sah.

19 Ich weiß nicht, ob ich das Technische dieses Manövers richtig verstanden habe. Die Angabe τὸ βάϑος τῆς φάλαγγος sei 120 Mann gewesen, ist vielleicht zur Feststellung der Stärke der hier »in Phalanx« vereinten Infanterie zu verwenden, da die Tiefe der Aufstellung vermuten läßt, daß ein Viereck von ungefähr gleicher Front und Tiefe gebildet wurde.

20 Das illyrische Königtum blieb in der Familie des Bardylis und Kleitos noch lange; Illyrier kommen in Alexanders Zug nach Asien nicht vor, trotz Diodors ausdrücklicher Angabe (XVII 77). Die Vermutung, daß die illyrischen Fürsten die Oberhoheit Makedoniens anerkennen mußten, ergibt sich aus der Bestallung des Antipatros 323 mit dem Regiment über τὰ ἐπέκεινα τῆς Θρᾴκης ὡς ἐπὶ Ἰλλυρίους καὶ Τριβαλλοὺς καὶ Ἀγριᾶνας usw. Arrian. τὰ μετὰ Ἀλεξ. 7.

21 Die Stärke des Heeres gibt Diod. XVII 9 auf mehr als 30000 Mann Fußvolk und nicht weniger als 3000 Reiter an. Ist die Zahl an sich nicht unwahrscheinlich, so hat Diodors Gewährsmann Kleitarchos doch nicht den Anspruch, glaubwürdig zu sein.

22 Plut. Alex. 11. Die beiden Namen verdächtigen die Angabe; ist mit Philotas der Befehlshaber der Kadmeia gemeint, so fällt neben ihm Antipatros auf; ist dieser Name richtig überliefert, so würde der Hohn erst vollständig sein, wenn statt Philotas sein Vater Parmenion neben ihm genannt würde.

23 Vielleicht darf man voraussetzen, daß in der Bundesakte ein Artikel gestanden hat, auf Grund dessen so geurteilt wurde. Wenigstens in der des zweiten attischen Seebundes von 378/7 [IG II2 43] heißt es: ἐὰν δέ τις εἴπῃ ἢ ἐπιψηφίσῃ ἤ ἄρχων ἤ ἰδιώτης παρὰ τόδε τὸ ψήφισμα ὡς λύειν τι δεῖ τῶν ἐν τῷδε τῷ ψηφίσματι εἰρημένων, ὑπαρχέτω μὲν αὐτῷ ἀτίμῳ εἶναι καὶ τὰ χρήματα αὐτο δημόσια ἔστω ... καὶ κρινέσϑω ἐν Ἀϑηναίοις καὶ τοῖς συμμάχοις ὡς διαλύων τὴν συμμαχίαν, ζημιόντων δὲ αὐτὸν ϑανάτῳ ἢ φυγῇ οπερ Ἀϑηναῖοι καὶ οἱ σύμμαχοι κρατοσιν. Wenn hundert Jahre später im achaiischen Bundesvertrag ebenso, wie es scheint, die Todesstrafe für Bundesbruch verordnet war, wenn ebenso auf Grund des Hellenischen Bundes von 480 gegen Themistokles die Klage des Hochverrates erhoben wird, so scheint nach der Rechtsanschauung der Hellenen solche Strafbefugnis und solche Strafe zum Wesen derartiger Föderationen gehört zu haben, und wird ein Artikel dieses Inhaltes auch in den Bundesvertrag von Korinth gesetzt worden sein.

24 Nach Plut. Alex. 13; Phoc. 17 soll Alexander Athen so großmütig behandelt haben, weil die Stadt, so sei sein Ausdruck gewesen, ihr Augenmerk auf Griechenland richten müsse, da ihr, wenn er falle, die Hegemonie über Hellas zukomme. So knabenhaft war die Politik Alexanders nicht; aber die Athener mögen so abgeschmackte Erfindungen gern gehört und geglaubt haben.

25 Als solche Fürsten oder Fürstensöhne wird man Sitalkes, der die Thraker, Ariston, der die paionischen Reiter (Plut. Alex. 39), Attalos, der die Agrianer, vielleicht auch Agathon, des Tyrimmas Sohn, der die odrysischen Reiter führte, ansehen dürfen.

Quelle:
Johann Gustav Droysen: Geschichte des Hellenismus. Tübingen 1952/1953, Band 1.
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