I. Chasdaï Crescas.

[399] Der zu seiner Zeit so außerordentlich gefeierte Mann Chasdaï Crescas hat bis jetzt noch keinen würdigen Biographen gefunden; das meiste, was über ihn geschrieben wurde, ist entweder nichtssagend oder falsch. Selbst seine Lebenszeit ist falsch umgrenzt worden. Spinoza hat sein philosophisches Werk ה' רוא [399] gelesen und vielleicht den Gedanken von dem Zusammenfallen der Naturnothwendigkeit und Willensfreiheit von ihm entlehnt. In einem Briefe an Ludwig Meier (Briefsammlung No. 29), schreibt Spinoza: Verum hic obiter adhuc notari velim, quod Peripatetici recentiores, ut quidem puto, male intellexerunt demonstrationem veterum, qua ostendere nitebantur Dei existentiam. Nam ut ipsam apud Judaeum quendam Rab Chasdaï3 vocatum reperio, sic sonat etc. – Aus der Einleitung zu seiner antichristianischen Schrift (םירצונה ירקע לוטבב רמאמ) sieht man, daß Chasdaï Crescas bei den christlichen Granden in Ansehen gestanden hat und von ihnen angeregt wurde, diese Abhandlung zu verfassen (nach der wörtlichen Uebersetzung aus dem Spanischen von Joseph Ibn-Schem- Tob): רבחל יב ורצפיו ינממ ושקב םידבכנו םירש (יאדסה) רמא השמ תרות ירמוש ושעי רשא םילוטבהו תוקפסה וב עידוא רמאמ תמאה לע דומעל ארובה תדובע וב ןווכאשו םירצונה תנומא דגנ ןתמו אשמ עו?מב םירבעהו םירצונה ןיב םודקה הזה תקולחמב. Darum schrieb er es auch in spanischer Sprache für christliche Leser. Wie der ein Jahrhundert nach ihm lebende Joseph Jabez überliefert, verkehrte Chasdaï am aragonischen Hofe und war beim Könige beliebt (כ"חה ריא c. 12): לכ לע ולכשב הבג רשא יאדסח ןב ברה ןכש לכו לאעמשיו םודא ימכח וליפא ונמזב רשא םיפוסוליפה והנעו םיהלאל ארק יכ היה ויהלאל לודגו .לארשי ימכח ילודגמ םיברו ודי לע םשה שדקתנו םימע תובבר תולהקמב לש ויבא יבא ךלמל (l. בוהאו) בוהאל םבלב ודהיתנ תוכלמה ודי תא ךלמה םירי אל וידעלב יכ ויצעוי לכבש לודגהו דרפס ךלמ םשה רוא רפס רבחו הלודג וא הנטק תושעל.

Joseph Jabez hat zwar den Mund dabei zu voll genommen und Chasdaï's Bedeutung zu hoch geschraubt. Aber etwas Tatsächliches muß dieser Ueberlieferung zu Grunde liegen. Der Zug, »daß Gott ihn in zahlreicher Versammlung erhört habe, und daß Gottes Name durch ihn geheiligt worden«, wird auch in anderen Quellen mitgetheilt. Abraham Saba erzählt in seinem Pentateuchcommentar רומה רורצ (zu יתקוחב ed. Venedig p. 108 a): יאנתה הז לע יכ אוה םסרופמ רבדו רבכו ונצדאמ זנילגשכ םימעה ץראב ונתוא ולבק (םשגה דירוהל) ץוחמ םלכ םידוהיה וכילשה הריצע ןמזב ןיגרא תוכלמב הז הרק יאדסה 'ן ברה שרדו םימה ואיביש דע םדעב םירעשה ורגסו ריעל דקפ י"שהו .םימה ונל :וירבד תליחתב רמא הכו לצ"ז שקשרק תובר הלאכו םימ םהל ןתנו ומע תא. Auch Salomo Ibn-Verga erwähnt (Schebet Jehuda No. 65, p. 109) einen Fall, daß die Juden Toledo's Regen erfleht hätten: ןכו רטמ ואיביש םהמ םולאש םירצונה ודילוט יבשות םידוהיה ותוא ןידירומ םתלפתבו. Der Verf. des םלוע תיערואמ 'ס (weiter unten Note 7) erzählt von Isaak Chajon dem Wunderrabbiner in Portugal, und von Isaak Aboab, daß sie Regen erfleht haben (p. 8 ab; vergl. noch Schebet Jehuda p. 122).

Indessen wenn Joseph Jabez' Angabe auch richtig sein mag, daß Chasdaï Crescas eine Ehrenstellung am aragonischen Hofe gehabt hat, so kann es nicht unter dem Großvater Fernando's IV., des Katholischen, gewesen sein. Denn dessen Großvater Fernando, der castilianische Infant, wurde erst 1412 zum König von Aragonien und der Nebenländer erwählt, und in diesem Jahre lebte Chasdaï Crescas ohne Zweifel nicht mehr. Sein םשה רוא beendete er 1410 und ließ die versprochene Fortsetzung unvollendet. Bei der Disputation von Tortosa 1413-1414 war er nicht gegenwärtig, wenigstens wird er im Verzeichniß der Mitglieder weder in christlichen Quellen, noch in den jüdischen genannt. Auch unter Don Pedro IV. (1336-1378) war er bei Hofe nicht [400] angestellt. Er wurde im Gegentheil von diesem Könige mit dem greisen R'Nissim, ferner mit Isaak b. Scheschet (ש"ביר), mit dessen Bruder und noch einigen Andern wegen einer falschen Anschuldigung in den Kerker geworfen. (Respp. Isaak b. Scheschet No. 376 gegen Ende): םישדח 'הל בורק הז יכ הששו םיסנ 'ר ברה ולילעהו ונברקמ לעילב ינב םישנא ומק ו"נ יאדסח ןוד םכחה םכותבו (? הנולצרב להק) להקה ןמ םידבכנ לע ןוברעב ןינותנ ובחנא ןידעו תוכלמל ונתוא ורסמו יחאו ינאו סמח אל.

Die Zeit der Einkerkerung läßt sich aus desselben Responsa No. 373 ermitteln. In demselben schreibt Isaak b. Scheschet an Chasdaï b. Salomo aus Tudela, der diese Stadt wegen einer heimlichen Denunziation verlassen und sich in Valencia niedergelassen hatte: ונולילעה רבכש רבעש ףרוחב רבע הזכו הזכ ונילע םגו וביערי םיהלאה יכאלמב .. ךלשל הבורק הבסל תוכלמל ונורסמו םירשה די הנושאר התיה הזה לעמבו .. הכלה רבדב םירומה לעו םמצע דובכל וסוחיו ושוחי יכ ... םיסחוימהו םירישעה םינגסהו ריעה תא תאצי יתעמש יכ םג .םיסח םניא םנוק דובכלו םרשעו טלפמ שיחהל ךלהי לפואב רבדמ ךשפנ לע טלמהל (הלידוט). Chasdaï b. Salomo aus Tudela hat aber diese Stadt noch vor dem Kriege zwischen den Castilianern und Engländern verlassen (das. No. 445): יאדסח 'רל האיסנלו תלפאמ ךאיצוה ךל ךדסח אילפה 'ה תא הדוא םעפה .המלש םהילע ולפנ תולהבו ריע תומ תמיא המכ רשא היכשחמו הלידוט הזבו יבש שנליטשקה ברח הלכש ץוחמ םשמ ךתאצ םוימ להקה בורו םהילהאב םינכושה שישילגניאה תמיא םירדחמו לוקב תעמש אל םשה ךורב .... הברה וררגתנ הפו םשמ וחרב שגונ. Dieser Krieg zwischen Castilien, dem Verbündeten Frankreichs, und den Engländern fand im Sommer und Herbst 1378 statt, wie aus Ayala cronica de D. Enrique II. c. 67 und den französischen Chroniken bekannt ist. Die Flucht des Chasdaï b. Salomo aus Tudela ist also nicht lange vorher geschehen, da Isaak b. Scheschet ihm dazu gratulirte, daß er von dem Ungemache des Krieges verschont geblieben ist. Wenn er demselben zugleich anzeigt, daß er und seine Genossen wegen einer ähnlichen Beschuldigung wie die gegen Chasdaï b. Salomo in den Kerker geworfen worden waren, so kann diese Begebenheit nicht lange vorher stattgefunden haben, vor 1378 ja noch vor 1374, da R'Nissim damals noch gelebt hat. Jedenfalls kann Chasdaï Crescas nicht unter dem aragonischen König Don Pedro IV. in Ehren gestanden haben. Wenn Jabez' Angabe etwas Factisches zu Grunde liegen soll – und ganz erfunden ist sie wohl nicht – so kann Chasdaï lediglich unter Juan I. (1378-1393), dem milden, Wissenschaft und Poesie liebenden Könige, und unter Martin, dem Aelteren (1393-1410) eine Stellung eingenommen haben. Llorente giebt an, die Juden hätten großen Einfluß unter Don Pedro IV. und unter Juan I. von Aragonien gehabt (histoire de l'Inquisition I. chap. V. p. 141), aber ohne Quellenangabe.

Ueber Chasdaï Crescas' Ansehen bei seinen Glaubensgenossen liegen uns vollgültige Zeugnisse vor. Profiat Duran Efodi bezeichnet ihn in dem auf dessen Veranlassung verfaßten antichristianischen Werke םיוגה תמילכ als ein Musterbild und eine Zierde für die Zeitgenossen, in dem Einleitungsgedicht und in der Einleitung:

הרומל יש ינא ומותב ךלוהו ומעל דוה םגו ומואל תפומל

.... תוכרב בר ריבג

.הרוהט החנמכ םעניו ברעיו םיעושו םידיגנ םע לודג יאדסחל

ררבתנש המ ןוכנ לע דימעהל ינלאש םינימאמהו םינברה תראפת הנה ... ללכ ד"ע ויחולשו וידימלתו המודמה חישמה תנוכמ יל תולג לע הכופשה המיחהו הערה ימי תיאר רודה תראפת התא תחרופ האנשים תוחצמב תונימה תערצ ... דרפסב רשא םילשורי ינוצר לטבל יתצפח ךנוצר תושעל ןכא .... Und zum Schlusse: םע ךנוצר םילשהל ובתכל רודה תראפת יתיארש המ הז .. ינתממ הבע ךנטקו 'ה תמחלמ םוהלל חכ ריבכ ךיתעדיש

[401] Isaak ben Scheschet ermahnt den Dichter-Rabbiner Salomo ben Reuben Bonfed nicht nach Teruel überzusiedeln, sondern lieber in der Nähe von Chasdaï zu bleiben, der jüngst seinen Aufenthalt in Saragossa genommen und ihn dort schützen werde. היהת םש יכ ףא הטסקרס ונדפא ולהא עטנ רשא ו"רנ יאדסח םלשה ברה לא בורק לא םיאטח והותפי םאו הנצו ןגמל ךל היהי יתעדמו בורקמ התע הבאי (Respp. ש"ביר N. 287). Chasdaï lebte nämlich vorher in Barcelona, wie aus dem Respp. ibid. No. 447 hervorgeht: ינבל הנולצרב יתחלש ינא יכ ןודאה עדתו רבדב רמוא יאדסח ברה המ ינעידוי.

Als unter den Gemeinden Navarra's eine Aufsehen erregende Verketzerung gegen einen früher hochgestellten, damals bereits verstorbenen Mann, Jehuda Halevi, ausgesprengt wurde, welche böses Blut gemacht hatte, gab sich die angesehenste Persönlichkeit Navarra's, Joseph Orabuena, Mühe, das Geschehene und von ihm Ausgegangene vergessen zu machen, und wandte sich an Chasdaï Crescas, die Gemüther durch sein Schreiben zu beschwichtigen (vgl. Katalog der Wiener hebräischen Handschr. von Krafft und Deutsch, S. 123): (הרבאנ ץרא) ץראה ואלמ יכ םימיה ץקל 'ר חלש ... םינילמ המה רשא לארשי ינב תונילת טפשמה רבד לע שאקשירק יאדסח לודגה ברה לא ויצעוי ימכח (הנוב הרוא) ףסוי רבכ רשא תא הסכי םיעשפ לכ לע ודי בותכי ול ןנחתהל י"נ ןוד רשה. ובבל םע רשאכ יבתכ ול בתכו השעמ רחאל והושע בתכ יכ ועמשכ יאדסח ןוד ברל בתכה הז בתכ איבל ןב תשבנב הנוב הרוא ףסוי ןוד ול.4

In dem leidenschaftlichen Streite um das Großrabbinat in Frankreich zwischen Jochanan b. Mathatia und seinem Rivalen Astrüc b. Abba-Mari vermittelte Chasdaï Crescas beide Parteien, Rabbiner und Gemeinden, und [402] sie nahmen ihn zum Schiedsrichter (Respp. Isaak b. Scheschet No. 269): בתכה םפוט הזו אלול ינא .... רכזנה ןינעח לע שקשרק יאדסח 'ר ברה ילא חלשש רוזגא רשא לכ םייקלו תושעל םהינש תירב ותרכ םש יתויהב יכ ךרד בתוכ ינא ךא .תמאה ידי דדועל קזחב בתוכ יתייה םהיניב יתרמא .... דוחיב יתבתכ םהינשל םגו םהה תולהקה לא הבושת .... בושיר תדמעהלו הלורגה שאה תובכל לכוא םא אנ הסנא יאדסח ךיחא. – Chasdaï Crescas stand auch einem rabbinischen Lehrhause vor Respp. ibid. No. 290): התעו םש דמלו דטסוקרסב (שביב לאומש 'ר ךדימלת) אוד יכ יתדי יאדסח 'ר ברה ינפל Talmudische Anfragen wurden an ihn öfter gerichtet, Respp. No. 372, 374, 380, 395.

Chasdaï's Geburts- und Todesjahr ist nicht genau bekannt. Man weiß nur so viel, daß Zacuto's Notiz: er sei 1380 gestorben: מ"ק תנש הסוורסב יאדסח ברה רטפנ (wovon sich Schlesinger in der Einleitung zu Albo's Ikkarim leiten ließ), falsch ist, da er nach der Verfolgung von 1391 erst recht für seine Glaubensgenossen und das Judenthum thätig war und seine drei Schriften verfaßte, und zwar sein Hauptwerk ('ה ריא) im Ijar 1410 beendete, wie der Wiener Codex hat: התיהו יששה ףלא טרפל םיעבשי האמ תנש ויז שדוחב המלשהה הטסרקרסב. (Das Kapitel über Messianologie ist 1405 geschrieben, zu III, 8, 2, 1 nach dem Wiener Codex zu berichtigen.) Da Chasdaï das damit zusammenhängende verheißene Hauptwerk über die Ritualien im Judenthum -וצמ רנ nicht vollendet hat, so mag er gleich darauf gestorben sein. Wie sich gezeigt, war er vor 1374 bereits so anerkannt, daß er mit R'Nissim und Isaak Ben-Scheschet in eine falsche Anklage verwickelt war und im Kerker schmachten mußte. War er damals ein Dreißiger, so kann er um 1340 geboren und siebzig Jahre alt geworden sein. Dasselbe folgt auch aus der Erwägung, daß er Jünger des R'Nissim genannt wird, und dieser 1374 noch lebte (w.u.)

Von seinen drei Schriften ist die eine, der Bericht über die Verfolgung von 1391 an die Gemeinde von Perpignan, geschrieben 20. Marcheschwan 5152 = Herbst 1391 (jetzt gedruckt nach einem Carmolyschen Ms. als Beilage zu הדוהי טבש ed. Hannover). An der Echtheit ist nicht zu zweifeln. Sein zweites Werk ist die Beleuchtung der christlichen Dogmen in spanischer Sprache, auf Veranlassung gebildeter Christen verfaßt. Das Original ist nicht mehr vorhanden; Joseph Ibn-Schem-Tob hat es unter dem Titel ירקע לוטב םירצונה in's Hebräische übertragen und zum Theil umgearbeitet. Chasdaï verfaßte es nicht lange vor 1398. Denn in Abschnitt 8 wird das Kirchenschisma zwischen zwei Päpsten erwähnt und damit die Unfehlbarkeit der Kirche ad absurdum geführt. Das Schisma hatte damals beinahe 20 Jahre gedauert:םויה דוע יכ הנש 'כל בורק תירצונה הנומאה ןיב םירבדה רתוי לכבש רובעב םיכשמנדמו םהמ דחא לכו שירויפיפא םישאר ינש םהל שי םימשל שנענו הדונמל יתלוזל בשוח םהירחא . Das Kirchenschisma begann 1378, folglich wurde diese polemische Schrift Chasdaï's um 1398 verfaßt.

Nach der Verfolgung von 1391 hat Chasdaï Crescas eine Art Schutzschrift zu Gunsten der Juden ausgearbeitet, die er dem Könige von (Aragonien) überreichen wollte. Der Apostat Salomo-Paulus de Santa Maria legte ihm aber Hindernisse in den Weg. Profiat Duran Efodi spielt darauf kurz an in seiner ironischen Epistel: אל ... ויזנג תיבמ תינתמ ןלמה וננודא ול ןתנ םנחל אל ויתומוצעת שיגהמ לארשיב דחוימה לודגה ברה חרב םנח . Einige Codices haben dabei ausdrücklich den Namen 'ר שאקשרק יאדסח. Es scheint aber ein späterer Zusatz zu sein. Denn der Commentator dieser Epistel, Joseph Ibn-Schem-Tob, hielt es für nöthig, den dunkeln Satz zu erläutern: ברה לא זומרי לודגה ברה חרב םנחל אל ורמאו הזב ולכפ לש ויתונוכת עור הרודו ו"רנ יאדסח ןא. (Aus dieser Erklärung ergiebt sich von selbst, daß die Lesart חרב richtig ist, statt רחב in einigen Editionen.) [403] Der Satz ויתומוצעת שיגהמ kann nichts Anderes bedeuten, als seine Gründe und Auseinandersetzung dem Könige vorzulegen.

Daß Chasdaï Crescas für einen Messias, der in der kleinen Stadt Cisneros auftrat, Partei nahm und in der Synagoge für ihn auftrat, dürfte auch wenig bekannt sein. Der Apostat Geronimo de Santa Fe (Josua Lorqui), ein Zeitgenosse, referirt das Factum in der Eröffnungsrede zur großen Disputation in Tortosa 1413 als etwas Bekanntes. Die Stelle ist aber wegen des schlechten Latein und der Corruptelen dunkel: Namque aquiva (Aquiva) quendam (Messiam) in civitate Biter, et tempore Rabi Moysi de Egypto alium in terra teman (Teman), tempore vero nostro Raby harday crestas (l. Hasday Crescas) quendam in Cisneros regni Castellae in synagogis publice predicans natos messiam quemlibet istorum firmiter asserebant. Die schwerfällige Stelle bedeutet: Rabbi Akiba habe von einem in Biter (Betar) geborenen Messias gepredigt, ein anderer Messias sei zur Zeit des Mose Maimun in Teman (Jemen) aufgetreten. »Zu unserer Zeit hat Chasdaï Crescas von einem in Cisneros geborenen Messias in der Synagoge gepredigt.«

Es bezieht sich sicherlich auf Mose Botarel aus dem Städtchen Cisneros, der sich als Prophet und messianischer Erlöser ausgegeben und dessen Wunderthäterei Chasdaï Glauben geschenkt hat (vergl. den Bericht darüber Monatsschrift, Jahrg. 1879, S. 80 ff.).


Quelle:
Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig [1890], Band 8, S. 399-404.
Lizenz:
Faksimiles:
399 | 400 | 401 | 402 | 403 | 404
Kategorien:

Buchempfehlung

Anselm von Canterbury

Warum Gott Mensch geworden

Warum Gott Mensch geworden

Anselm vertritt die Satisfaktionslehre, nach der der Tod Jesu ein nötiges Opfer war, um Gottes Ehrverletzung durch den Sündenfall des Menschen zu sühnen. Nur Gott selbst war groß genug, das Opfer den menschlichen Sündenfall überwiegen zu lassen, daher musste Gott Mensch werden und sündenlos sterben.

86 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Hochromantik

Große Erzählungen der Hochromantik

Zwischen 1804 und 1815 ist Heidelberg das intellektuelle Zentrum einer Bewegung, die sich von dort aus in der Welt verbreitet. Individuelles Erleben von Idylle und Harmonie, die Innerlichkeit der Seele sind die zentralen Themen der Hochromantik als Gegenbewegung zur von der Antike inspirierten Klassik und der vernunftgetriebenen Aufklärung. Acht der ganz großen Erzählungen der Hochromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe zusammengestellt.

390 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon