Sichaevs

[2207] SICHAEVS, i, Gr. Συχαῖος, s. Συγχαῖος, ου, welcher mit seinem eigentlichen [2207] Namen Sicharbas geheissen, der Poet aber, des bessern Wohlklanges wegen, so gebildet haben soll. Serv. ad Virg. Aen. I. 347. Er war der Dido und des Pygmalions Mutter Bruder, und ein Priester des Herkules, wodurch er gleich der nächste nach dem Könige am Range war. Der König zu Tyrus hatte ihm auch seine Tochter Elissa, oder Dido, zur Gemahlinn gegeben, welche ihn überaus sehr liebete. Allein, weil er ungemein viel Schätze besaß, so reizeten solche den Geiz seines Schwagers Pygmalions, daß er ihn umbrachte. Iustin. l. XVIII. c. 45. Dieß geschah, nach einigen, selbst in seinem eigenen Hause vor dem Altare; Virgil. l. c. Ovid. Heroid. ep. VII. 113. nach andern, da er mit ihm auf das Land gegangen war. Eustath. ad Dionys. Per. v. 195. Man erzählet auch, sie wären beyde auf der Jagd gewesen, und da Sichäus einem Eber nachgesetzet, so hätte ihn Pygmalion von hinten mit einem Wurfspieße durchstoßen, und seinen Körper von einer Höhe hinunter gestürzet, bey seiner Zurückkunft nach Hause aber vorgegeben, Sichäus wäre bey Verfolgung des Schweines zu hitzig gewesen, und also selbst unvorsichtiger Weise in den Absturz gerathen. Cedren. ap. Meziriac. comment. sur les epitr. d'Ovide. T. II. p. 212. Dieß bewog denn seine Gemahinn zur Flucht, welche ihm nachher in ihrem Pallaste einen besondern Tempel weihete. Virgil. Aen. IV. 457. Ovid. l. c. v. 99.

Quelle:
Hederich, Benjamin: Gründliches mythologisches Lexikon. Leipzig 1770., Sp. 2207-2208.
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