Benignus, S. (14)

[439] 14S. Benignus, Presb. Mart. et Apostolus Burgundiæ (1. Nov. al. 17. Febr. 26. April, 1. Mai, 6. Juni, 19. Oct.) Man glaubt nach der Angabe aller Martyrologien, der hl. Priester Benignus sei ein Schüler des hl. Polykarp gewesen und mit dem hl. Andochius und Thyrsus (24. Sept.) nach Gallien gekommen, um daselbst das Evangelium zu verkünden. Auch das Mart. Rom. ist für diese Angabe, daß er ein Schüler des hl. Polykarp gewesen, und wird darin noch beigesetzt, er sei von diesem nach Gallien geschickt worden. Zuerst soll er zu Autun das Christenthum verbreitet und daselbst die Familie des Faustus, Vater des hl. Symphorian, getauft haben. Von da begab sich der hl. Benignus nach Langres, und dann nach Dijon, wo seine apostol. Arbeiten den gleichen glücklichen Erfolg hatten; wurde aber hier gefangen gesetzt, grausam gemartert und zuletzt mit einer Lanze durchbohrt. Dieß geschah nach dem Mart. Rom. unter Kaiser [439] Marcus Aurelius (161–180); nach Andern im J. 150 oder 169. Man begrub ihn an dem Orte seines Martyrthums und erbaute später über dessen Grab eine Kirche, welche den Anfang bildete zu der berühmten Abtei des hl. Benignus in Dijon. Der hl. Benignus wird auf kirchlichen Kunstgegenständen abgebildet mit priesterlichem Gewande, segnend, einen Schlüssel haltend, mehrere Hunde neben sich habend. Er ist Patron von Piemont und Dijon. – Warum er auf Gemälden einen Schlüssel hat, konnten wir trotz eifrigen Nachforschens in unsern Quellen nicht finden, wohl aber, warum er bisweilen von Hunden umgeben dargestellt wird. In seiner Wuth ließ nämlich der Tyrann, wie wir bei Surius (zum 1. Nov.) lesen, den Heiligen in ein Gefängniß einschließen, und zu ihm hinein zwölf Hunde sperren, die, durch Hunger gequält, ihn zerreißen sollten, aber durch göttliches Zuthun verschonten. – Der Name des Heiligen steht im Mart. Rom. am 1. Nov.; an den übrigen, oben angegebenen Tagen wird das Andenken verschiedener Translationen seiner Reliquien gefeiert. Im Propr. August. wird er am 2. Nov. commemorirt mit einer 9. Lection.


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 1. Augsburg 1858, S. 439-440.
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