Humbertus (8)

[800] 8Humbertus, (5. Aug.), ein berühmter Cardinal und Bischof, welcher unter Papst Leo IX. und dessen Nachfolgern sich vorzüglich in der Berengar'schen Irrlehre als einen tüchtigen Kämpfer für die heil. Sache Gottes bewährte und nicht mindere Thätigkeit für die Union der griechischen mit der römischen Kirche an den Tag legte (um das J. 1054). Auch besitzen wir von ihm eine Schrift gegen die seiner Zeit weit verbreitete Simonie. Wie bei W. W. (XII. 605) ergänzend sich findet, so war er ein geborner Burgunder und genoß seine Ausbildung unter Bruno (nachmals Papst Leo IX.) im Kloster Moyenmoutier bei Toul. Da in Toul sich eine griechische Gemeinde befand, erlernte er neben dem Lateinischen auch das Griechische. Da Bruno im J. 1049 als Papst nach Rom reiste, nahm er den Humbert mit sich und machte ihn bald darauf zum Erzbischofe von Sicilien. (Boll. Apr. II. 645.) Weil er indessen wegen der Normannen an jenen Sitz nicht gelangen konnte, machte ihn Leo IX. im J. 1051 zum Bischofe von Silva Candida (oder Santa Rufina), einige Meilen von Rom im Toscanischen. In diesem Jahre 1051 reiste er mit Papst Leo IX. über die Alpen; auch den Papst Victor II. begleitete er in der Folge nach Deutschland. Im J. 1057 wurde er als Visitator nach Monte-Cassino gesandt. Damals war Humbert Kanzler und Bibliothekar der römischen Kirche. Große Anhänglichkeit bewies er nachmals auch dem Papst Nicolaus II. (1058–1061), weßhalb ihn Petrus Damiani dessen »Auge« nennt. Er starb um das J. 1060, nach W. W. wahrscheinlich nicht nach 1063, wird indessen nitrgends kirchlich verehrt. Man hat von ihm auch einige Werke. (II. 3.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 2. Augsburg 1861, S. 800.
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