Irene, S. (13)

[55] 13S. Irene, V. M. (20. Oct.), auch Irenaea, span. und portug. Iria, Eyria genannt, erlitt im J. 653 am Flusse Nabâo (Nabanis) in Portugal den Martertod. Sie lebte nicht weit von dem Städtchen Thomar (Nabantia) in einer Art Jungfrauenkloster unter Leitung des Abtes Selius, des Bruders ihrer Mutter Eugenia, wurde aber durch einen Meuchelmörder getödtet, welcher von einem vornehmen Jünglinge, Namens Castinaldus, abgesandt war. Dieser Jüngling hatte nämlich gegen die Heilige wegen ihrer Schönheit unreine Begierden gefaßt und war von ihr mit sanften Worten zurecht gewiesen worden. Einige Zeit nachher aber entzündete sich sein Verlangen aufs Neue, ja er glaubte selbst Ursache zur Eifersucht zu haben, und so veranstaltete er den Tod der Unschuldigen. Ihr heil. Leichnam wurde vom Mörder in den Fluß geworfen und trieb, wie die Legende angibt, den Nabâo und von diesem den Zezere (Ozecarus), dann den Tejo (Tajo) hinab, und man fand ihn bei dem heutigen Santarem (Irenopolis), welches nach Bruzen (IX. 1954) so viel ist als Sancta Irene und somit nach unserer Heiligen benannt ist. Ihr Name steht auch im Mart. Rom. am 20. October. Dargestellt wird sie nach Migne als eine Palme tragend. (VIII. 909.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 3. Augsburg 1869, S. 55.
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