Johannes, S. (147)

[263] 147S. Johannes, (23. Oct.), ein Bischof von Syrakus, welcher als Nachfolger des hl. Maximianus (9. Juni) vom hl. Papst Gregorius13 dem Großen im J. 595 geweiht wurde. Er hielt streng auf geistliche Zucht und Ordnung; sandte dem hl. Gregorius, welcher viele Gefangene von den Longobarden loskaufte, Geldbeiträge zu diesem schönen Zwecke; machte im J. 602 eine Reise zum hl. Papste und wurde dann von ihm zum Verwalter des großen Besitzthums des Apostolischen Stuhls in Sicilien ernannt: in Allem genoß er des hl. Papstes vollkommenes Vertrauen, von dem er so hoch geschätzt wurde, daß er keiner Anklage gegen den hl. Bischof jemals Gehörschenkte. Als einen Beweis seiner Kenntniß der Herzen und seines Sehens in das Verborgene erzählt die Lebensbeschreibung die Art der Erhebung des hl. Zosimus zum Abte von St. Lucia in Syrakus nach dem Tode des hl. Abtes Faustus24. Als nämlich die Brüder zur Wahl bei dem hl. Bischofe Johannes sich versammelten, hatten sie den hl. Zosimus als Pförtner im Kloster zurückgelassen. Johannes fragte, ob Keiner abgehe. Sie hatten aber die Abwesenheit des geringen Bruders so wenig geachtet, daß sie Anfangs die Frage verneinten und erst nach einer zweiten Aufforderung sich des Zurückgelassenen erinnerten. Der ward nun herbeigebracht, und weil, wie der hl. Bischof sah, der Geist Gottes auf ihm ruhte, zum Abte geweiht. Der hl. Bischof Johannes mag um das J. 609 im Herrn gestorben seyn. Die Kirche von Syrakus verehrt ihn am 23. Oktober. (X. 66.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 3. Augsburg 1869, S. 263.
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