Maria (318)

[222] 318Maria (3. al. 4. Juli u. 9. Nov.), zugenannt Fernandez Coronel, steht bei Art als »selig«. Sie lebte zu Guadalfagir in Castilien. Vgl. Maria de Spiritu Sancto (3. Jan.), von welcher diese Maria vielleicht nicht verschieden ist. Da sie eine Zeit lang am königlichen Hofe zu Castilien lebte – ihr Mann hieß Johannes a Cerda – wird ihr von Einigen adelige Abkunft zugeschrieben. Indessen scheint sie lediglich die Stelle einer Amme (nutrix), und später die einer Lehrerin (magistra) versehen zu haben. Sie erbaute und dotirte von den Geschenken, welche sie am Hofe erhalten hatte, zwei Klöster der Clarissinnen, eines zu Guadalfagir, in welches sie als Wittwe selbst eintrat, und ein anderes zu Sevilla. Sie starb nach einem heiligen Leben gottselig zwischen den Jahren 1340 und 1456. Auch ihre Kinder, ein Sohn und eine Tochter, deren Namen unbekannt sind, erhielten ihre Ruhestätte im Chor der Klosterkirche zu Guadalfagir an der Seite der Mutter. Das Seraph. Mart. nennt sie zum 4. Juli, Hueber zum 9. November. Derselbe Schriftsteller schildert ihre heldenmüthige Keuschheit, indem sie den Zudringlichkeiten Peters des Grausamen von Castilien dadurch auswich, daß sie sich selbst im Gesichte und am Leibe schmerzliche Brandwunden beibrachte und lieber lebendig begraben werden als in eine Sünde willigen wollte. Als man nach 250 Jahren ihr Grab öffnete, fand sich ihr Leichnam so unversehrt, als ob er eben bestattet worden wäre. Bei den Boll. findet sie sich (I. 631) unter den Uebergangenen. (Hueb.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 4. Augsburg 1875, S. 222.
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