Menricus, B.

[423] B. Menricus (20. Juni). Der selige Menricus, Säcular-Kanoniker zu Lübeck, der Mit- und Hauptbegründer des Stifts Fröndenberg in Westphalen und Bruder des seligen Bertholdus4, Prämonstratenser-Kanonikers in Scheida (s.d.), lebte im 13. Jahrhundert. Jenes Fröndenberg hieß ehedem Haslei und war ein Cistercienser-Frauenkloster. Später wurde es ein weltliches Frauenstift, und die Einkünfte wurden zu gleichen Theilen unter die katholischen, lutherischen und calvinischen Ordensfrauen vertheilt. Der Ort liegt an der Ruhr, südwärts von Unna, ist aber so unbedeutend, daß er auf gewöhnlichen Karten nicht verzeichnet ist. Nachdem der selige Bertholdus4 als Einsiedler daselbst gestorben war, trat Menricus auf höhern Ruf an seine Stelle. Er legte sein Kanonikat in Lübeck nieder und beschloß, einer göttlichen Mahnung zufolge, ungeachtet großer Armuth an allem Nöthigen, zu Fröndenberg beim Gnadenbilde der hl. Gottesmutter zu verbleiben. Die heilige Jungfrau selbst (vgl. Westph. S. I. 197–202) bestärkte ihn in diesem Vorhaben: »Was bist du so ängstlich?« redete sie ihn an, »ich will Dich und Alle die diesen Ort ehren, beschützen.« Mit Beihilfe der umwohnenden Orte, namentlich der Bürger von Soest (Susatum), erbaute er der hl. Jungfrau zu Ehren eine Kapelle. Für den Plan, ein Kloster zu errichten, gewann er den Erzbischof Heinrich von Cöln und die Grafen Gottfried von Arensberg und Otto von Altona. Das Jahr seines seligen Todes ist unbekannt. Auch seine Verehrung, wenn sie se bestanden hat, scheint erloschen zu seyn. (IV. 58).


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 4. Augsburg 1875, S. 423.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: