Polycarpus, S. (2)

[953] 2S. Polycarpus Ep. M. (26. al. 25. Jan., 23. Febr., 26. März u. 2. April). Der hl. Bischof und Martyrer Polycarpus von Smyrna, jetzt Ismir, starb unter dem Kaiser Marcus Aurelius für den Glauben. Die Hartnäckigkeit der Christen, sich den Staatsgesetzen in Religionssachen unbedingt zu unterwerfen, sollte nun einmal gründlich gebrochen werden; wenn sie nicht opferten, hieß es in seinen Edicten, solle man sie foltern und hinrichten, da jetzt lang genug gegen die Uebertreter der Gesetze Nachsicht geübt worden sei. Der heil. Bischof war mindestens 100 Jahre alt, als er seinen Siegeslauf vollendete. Ueber sein Vaterland und Herkommen ist nichts Zuverlässiges bekannt. Was eine unzuverlässige (Viola S. S.) Sage über seine früheste Jugend berichtet, ist Bd. III. S. 281 dieses Werkes erzählt. Nach seiner eigenen Aussage war er ein Schüler des hl. Apostels Johannes, welcher ihn zum Bischof weihte und mit welchem er später noch vielfach verkehrte. Auch mit vielen andern Christen, die den Heiland selbst gesehen und gehört hatten, war er persönlich befreundet. Als [953] der heil. Ignatius von Antiochia ums J. 106 nach Rom zum Martertod geführt wurde, und nach Smyrna kam, besuchte er den heil. Polycarpus. Später schrieb derselbe von Troas aus zwei Briefe nach Smyrna, den einen an den Hirten, den andern an die Heerde dieser Stadt. Seine Liebe zum Leiden um Jesu willen war so groß, daß er in seinem Sendschreiben an die Kirche von Philippi die Ketten der Martyrer als Diademe der Auserwählten Gottes bezeichnet. Die Herzen der Christen, sagt er, sind lebendige Altäre Gottes. Ueberhaupt ist, wer Jesus Christus dient, Gottes Diener, nicht eines Menschen. Wer nicht glaubt, daß in Ihm Gottes Sohn im Fleische auf die Welt gekommen, der ist der Antichrist; wer die Wahrheit des Kreuzes, an welchem Er für unsere Sünden bis zum Tode gelitten hat, nicht bekennt, der ist aus dem Teufel; wer nach seinen bösen Wünschen Gottes Wort verdreht und sagt, es gebe keine Auferstehung und kein zukünftiges Gericht, der ist der Erstgeborene des Teufels. Es gab damals viellerlei Lehren, aber nur Eine, die von Anfang her gelehrte und überlieferte, erklärt der heil. Polycarpus, sei die wahre, sie allein müssen wir festhalten. Verirrte müsse man zurückzuführen trachten, der Fürbitte der Gläubigen empfehlen, und so lange noch Hoffnung auf Bekehrung vorhanden ist, nicht als Feinde, sondern als kranke Glieder betrachten. Selbst für die Verfolger, für die ungerechten Hasser, für die Feinde des Kreuzes Christi müsse gebetet werden. Was gut ist, sei zu befolgen; aber von den Aergernissen und von den falschen Brüdern und von denen, welche den Namen des Herrn heuchlerisch führen, und welche eitle Menschen auf Abwege bringen, müsse man sich ferne halten. Alle, die Untergebene zu lehren und zu beaufsichtigen haben, müssen zuerst sich selbst belehren, dann auch die Ihrigen, wie man nach dem Gebote des Herrn zu wandeln habe. Als Bischof zu Smyrna war er der Nachfolger des heil. Bucolus, der ihn gegen seinen Willen zum Priester geweiht hatte. Um die Mitte des zweiten Jahrh. kam er nach Rom zu dem hl. Papste Anicetus. Der Schüler des heil. Johannes wollte sich mit dem Nachfolger des heil. Petrus über den Tag der Osterfeier benehmen. Er wollte hierin eine Einigung erzielen; es sei wenig passend, meinte man im Morgen- und im Abendland, daß das größte christliche Fest an verschiedenen Tagen, dort mit den Juden, hier an dem darauf folgenden Sonntag, begangen werde. Da sich aber beiderlei Gebräuche auf apostolische Ueberlieferung gründeten, blieb es vorläufig ohne Störung der kirchlichen Einheit bei der jeder Kirche eigenthümlichen Uebung. Der hl. Polycarpus hielt den Gottesdienst bei St. Peter zu Rom und der Papst empfing von ihm, zum Zeichen der Einheit im Glauben und in der Liebe, die hl. Communion. Er muß sich hier längere Zeit aufgehalten haben, denn es wird von ihm berichtet, daß es ihm gelang, viele Gnostiker zu bekehren. Das Haupt derselben, Marcion, der aus Rache wegen der ihm widerfahrenen strengen Bestrafung einer begangenen schweren Sünde die Kirche Gottes zu zerreißen geschworen hatte, und die reine überlieferte Lehre mit philosophischen, das Heidenthum erneuernden Irrthümern vermengte und die wahre menschliche Natur Jesu Christi leugnete, hielt sich eben damals in Rom auf. Als ihm eines Tags der hl. Polycarpus begegnete, gab er ihm auf die Frage, ob er ihn kenne, zur Antwort: »Ja wohl, ich kenne den Erstgebornen des Satans.« Oft soll der Heilige, wenn er eine dem katholischen Glauben entgegengesetzte Aeußerung hörte, geseufzt haben: »Guter Gott, was für Zeiten hast du mich erleben lassen!« Sofort floh er von jedem Orte, wo er eine blasphemische Rede gehört hatte. In diesem Geiste betete, lehrte und wirkte der heil. Bischof zu Smyrna eine lange Reihe von Jahren, und stand nicht blos bei den Christen, sondern auch bei den Heiden im höchsten Ansehen. Unter den von ihm gebildeten Schülern ist der hl. Irenäus6 der hervorragendste. Außerdem nennen wir die hhl. Andochus, Thyrsus u. Felix, welche zu Autun, den hl. Andeolus, welcher zu Viviers, und den hl. Benignus, welcher zu Dijon gelitten hat. Als die blutige Verfolgung des Marcus Aurelius auch die Stadt Smyrna heimsuchte, traf sie den Hirten und die Heerde wohl vorbereitet an. Viele Christen ließen Blut und Leben für den Herrn. Seine Martergeschichte, aus welcher wir im Folgenden einen wörtlichen Auszug geben, ist [954] nicht bloß als ächt anerkannt, sondern gleichzeitig, noch in dem Jahre seines Triumphes geschrieben. Er hatte erwartet, in seiner Hingabe in den Tod für den Glauben der Gemeinde ein Beispiel geben zu können. Aber es kam nicht so; viele Gläubigen wurden vor ihm gemartert, aber das Martyrium Aller mit Ausnahme eines Einzigen, der den Tod unaufgefordert gesucht hatte, war glückselig und glorreich. Mit Recht schrieben die Heiden dem heil. Polycarpus die Schuld zu und riefen: Weg mit dem Gottlosen, laß den Polycarpus aufsuchen! Der hl. Bischof hörte davon, ließ sich aber hiedurch nicht stören, sondern wollte in der Stadt bleiben. Da ihm aber die Meisten riethen, wegzugehen, so begab er sich in eine unfern der Stadt gelegene Villa. Hier hielt er sich mit Wenigen auf, Tag und Nacht mit nichts anderm beschäftiget als mit Gebet für Alle und für alle Kirchen des Erdkreises, wie er es gewohnt war. Drei Tage vor seiner Gefangennehmung gerieth er betend in Verzückung und sah, wie sein Kopfkissen von Feuer verzehrt wurde. Da wandte er sich zu den Anwesenden und sprach in prophetischem Geiste: »Ich muß lebendig verbrannt werden.« Da nun die Häscher herbeikamen, ging er in ein anderes Landhaus. Unmittelbar darauf kamen sie, ihn zu suchen. Da sie ihn nicht antrafen, nahmen sie zwei Diener fest und folterten sie, daß sie ihn verrathen möchten. Da gab der Eine von ihnen den Aufenthalt des Heiligen an, so daß es nicht mehr möglich war, ihn zu verbergen. Am Freitag gegen Abend zogen Bewaffnete und Reiter aus, den heiligen Bischof gefangen zu nehmen. Sie trafen ihn im obern Gemache, von wo aus er leicht hätte ins andere Haus kommen können, aber er wollte nicht, sondern sagte: »Es geschehe der Wille Gottes«. Darauf befahl er, den Häschern Speise und Trank zu reichen so viel sie wollten und bat sie um eine Stunde Zeit zum Gebete. Da stand der Heilige und betete, denn er war voll der göttlichen Liebe, sein lautes Gebet dauerte wohl zwei Stunden lang, so daß die Häscher staunten und es bereuten, wider einen so gottesfürchtigen Greis ausgezogen zu sein. Da man ihn auf einem Esel reitend in die Stadt brachte, kam ihm der Friedensrichter Herodes mit seinem Vater entgegen, nahm ihn auf seinen Wagen und suchte ihn zu bereden, seines Lebens zu schonen. »Was ist es denn Schlimmes zu sagen: mein Herr und Kaiser, und opfern und auf diese Weise den Gesetzen Folge leistend sein Leben zu retten?« Er gab ihnen längere Zeit keine Antwort, und erst als sie nicht aufhörten, in ihn zu dringen, sprach er: »Ich werde euren Rath nicht befolgen.« Jetzt gaben sie ihm Schimpf worte und warfen ihn mit solcher Heftigkeit vom Wagen herunter, daß er sich das Schienbein verletzte. Aber er schritt, als wäre nichts geschehen, schnell und fröhlich dem Gerichts platze zu. Als er eintrat, vernahm er eine Stimme vom Himmel: »Sei stark und handle männlich, Polycarpus!« Niemand sah den Sprechenden, die Stimme aber hörten die gegenwärtigen Christen. Von dem Proconsul Statius Quadratus aufgefordert, Christo zu fluchen, gab der hl. Bischof zur Antwort: »Es sind nun 86 Jahre, seit ich Ihm diene, und Er hat mir nie etwas Unrechtes gethan; wie kann ich Ihm, meinem Könige fluchen, der mich erlöset hat?« Als man ihm befahl, zum Heile des Kaisers zu schwören, sagte er: »Du stellst dich, mich nicht zu kennen und nicht zu wissen, wer ich bin, so höre es ohne Umschreibung: ich bin ein Christ. Willst du aber den Grund des Christenthums kennen lernen, so bestimme einen Tag, ihn zu hören«. Darauf sprach der Proconsul: Ueberzeuge das Volk! Polycarpus erwiderte: »Dich nur hielt ich der Rede würdig; denn wir sind belehrt, den Obrigkeiten und den über uns gesetzten Gewalten nach Gebühr Ehre zu erweisen, so weit uns dieselbe nicht schädlich ist; jene aber halte ich nicht für würdig, mich vor ihnen zu vertheidigen.« Der Proconsul entgegnete: Ich habe wilde Thiere; ich werde dich ihnen vorwerfen lassen, wenn du nicht andere Gesinnungen annimmst. Er antwortete: »Lasse sie kommen, denn uns ist die Annahme anderer Gesinnungen vom Bessern zum Schlechtern etwas ganz Unbekanntes; uns däucht nur schön, sich vom Bösen zum Guten zu wenden.« Wieder sagte der Proconsul: Ich werde dich dem Feuer zum Frasse geben, wenn du die wilden Thiere verachtest, sofern du nicht eines Andern dich besinnst. Polycarpus sprach: »Du drohest mit einem Feuer, das eine Stunde lang brennt und kurz hernach erlischt; aber du kennst nicht das Feuer des [955] zukünftigen Gerichtes und der ewigen Strafe, das für die Gottlosen bestimmt ist. Aber was zögerst du? bring herbei was du willst!« Ein Herold verkündete: Polycarpus hat bekannt, daß er ein Christ sei. Da rief die aus Heiden und Juden bestehende Menge: Er ist der Lehrer der Gottlosigkeit, der Vater der Christen, der Zerstörer unserer Götter, der Viele lehrt, nicht zu opfern und die Gotter nicht anzubeten. Dann verlangten sie, daß Polycarpus von einem Löwen zerrissen werde. Aber weil die vorschriftsmäßige Zeit für die Thierspiele abgelaufen war, durfte diesem Verlangen nicht stattgegeben werden. Da erscholl der Ruf: er soll lebendig verbrannt werden! Alsbald trug die Volksmenge, vorab die Juden, aus den benachbarten Bädern und Werkhütten Holz und Reiser zusammen und errichteten einen Scheiterhaufen. Der hl. Bischof entkleidete sich und legte auch die Schuhe weg. Man brachte die gewöhnlichen Werkzeuge: einen Pfahl, Ketten und Nägel. Letztere verbat er sich, sprechend: »Lasset mich frei stehen; der mir die Gnade geschenkt hat, das Feuer zu ertragen, der wird mir auch die Gnade schenken, ohne durch Nägel festgehalten zu sein, im Feuer auszuhalten.« Diesen Wunsch erfüllte man; doch wurde er, die Hände auf dem Rücken, an den Pfahl gebunden. Als auf diese Weise das Opfer zubereitet war, sprach er das folgende Gebet: »Herr, Gott, Allbeherrscher, Vater deines geliebten und gebenedeiten Sohnes Jesus Christus, durch welchen wir zu deiner Erkenntniß gekommen sind, Gott der Engel und der Mächte und der ganzen Schöpfung, besonders des ganzen Volkes der Gerechten, welche in deinem Angesichte leben; ich lobe dich, daß du mich gewürdiget hast, am heutigen Tage und zu dieser Stunde Antheil zu empfangen an der Zahl deiner Martyrer, an dem Leidenskelche deines Christus zur Auferstehung des ewigen Lebens, der Seele sowohl als des Leibes in der Unverweslichkeit des heil. Geistes, zu welchen ich aufgenommen werden möge in deinem Angesichte an diesem Tage zu einem fetten und annehmbaren Opfer, wie du mir es vorausgezeigt und geoffenbart hast, setzt aber erfüllst, du untrüglicher und wahrhaftiger Gott! Durch dieses Alles lobe ich dich, preise ich dich, verherrliche ich dich mit dem ewigen und himmlischen Jesus Christus, deinem geliebten Sohne, mit welchem dir und dem heil. Geiste die Ehre sei jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.« Nachdem er das Amen gesprochen hatte, zündeten die Schergen das Feuer an. Weit schlug die Flamme in die Höhe, bog sich aber aus wie eine Segel, die vom Winde geschwellt ist, und umgab kreisförmig den Leib des Martyrers, so daß er wie Gold und Silber erschien, welches im Feuerofen glüht, und es verbreitete sich ein Wohlgeruch wie vom Weihrauch und von andern kostbaren Düften. Da ließ man ihm durch einen Fechter den Gnadenstoß geben, worauf eine so große Menge Blutes aus seinem Leibe floß, daß es den Scheiterhaufen auslöschte. Mit allem Eifer bewarben sich nun die Christen um den hl. Leichnam. Die Juden aber reizten durch Nicetus, des Herodes Vater, auf teuflisches Anstiften, diesen an, daß er ihnen die Bestattung nicht erlauben sollte, sie möchten sonst, sagten sie, etwa den Gekreuzigten verlassen und diesen ehren! Sie wußten nämlich nicht, sagen die Acten, daß wir Christus, als den Sohn Gottes, anbeten, während wir die Martyrer, als seine Schüler und Nachfolger, wegen ihrer ausgezeichneten Wohlgesinntheit gegen ihren König und Lehrer verherrlichen. Der Proconsul ließ also den heil. Leichnam mitten ins Feuer legen und ausbrennen, nur die Gebeine blieben noch übrig. Diese also, welche die Gläubigen höher schätzten als die kostbarsten Edelsteine und das gediegenste Gold, wurden »am schicklichen Orte« beigesetzt. Dort hofften sie in möglichster Freude seinen und der übrigen Martyrer jährlichen Gedächtnißtag feierlich begehen zu können, theils zur frommen Erinnerung an die Martyrer, theils zur Aufmunterung für die Ueberlebenden. Seine Grabstätte am Abhange des Mustasiaberges ist noch immer eine besuchte Wallfahrt und durch die Opfergaben der Gläubigen bis auf unsere Tage erhalten. Reliquien des Heiligen befinden sich (nach Boll.) zu Paris, Malta und Rom, in letzterer Stadt (Piazza, I. 99) in drei verschiedenen Kirchen. Vom Amphitheater, in welchem er starb, sind noch ansehnliche Ruinen vorhanden. Von seinen Sendschreiben ist nur jenes an die Gemeinde von Philippi auf uns gekommen. Seine Aechtheit ist, besonders seitdem auch [956] ein syrisches, mit dem griechischen und lateinischem Texte vollkommen gleichlautendes Fragment desselben erschienen ist (Mon. Syr. von P. Zingerle), außer allem Zweifel. Frankreich, welches ihm den hl. Irenäus und andere apostolische Männer verdankt, hat ihn von jeher zu seinen Aposteln gezählt. Sein Fest, welches die abendländische Kirche am 26. Januar, die morgenländische am 23. Febr. begeht, während sein Todestag nach den Acten der 26. März oder 2. April ist, wurde am 18. Mai 1854 durch Papst Pius IX. zum Festum duplex erhoben. Ueber das Jahr seines Todes schwanken die Gelehrten zwischen den Jahren 147 u. 178. (W. W. K.-L. VIII. 574.) Abbildungen zeigen seinen Martertod auf dem flammenden Holzstoße. Nach der Legende flog eine weiße Taube aus seiner Asche zum Himmel, was gleichfalls auf Bildern öfter dargestellt ist. Auf einem alten Mosaikbilde hält er eine Krone in der Hand, als Sinnbild seines Sieges. Das Menologium der Griechen zeigt seine Erdolchung, während auf andern Abbildungen das Schwert im Leibe steckt, und die Palme in der Hand seine Standhaftigkeit verkündet.


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 4. Augsburg 1875, S. 953-957.
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