Reineldis, S.

[58] S. Reineldis (Rayneldis, Reinildis), V. M. (16. al. 21. Juli, 13. Aug.) Die hl. Reineldis, Schutzpatronin der Landschaft Condé, war die Tochter des Grafen Witger und der hl. Amalberga1, Schwester des hl. Emebertus Bischofs von Arras und Cambrai, und der hl. Gudila1, Patronin von Brüssel. Eine jüngere Schwester hieß Pharaildis. Ihr Vater starb gottselig als Converse des Klosters Lobbes, die Mutter strebte zu Maubeuge dem gleichen Ziele zu. Ihre Schwester Gudila trat ins Kloster Morselle an der Maas. Die heil. Reineldis wallfahrtete darauf ins hl. Land und faßte nach ihrer Heimkehr, ohne förmlich in ein Kloster zu treten, den Entschluß, ihre Güter an die Armen, an die Kirchen und Klöster zu verschenken, und um Jesu willen auf jedes Eigenthum vollständig zu verzichten. Beständige Jungfrauschaft hatte sie Gott schon früher versprochen. Ihre Thätigkeit gehörte dem Dienste der Armen, Elenden und Verlassenen. Ihr häusliches Leben verbreitete allum den süßen Duft innigster und aufrichtigster Frömmigkeit, Nächstenliebe und Enthaltsamkeit. Ihr gewöhnlicher Aufenthalt war ein Landgut bei dem Städtchen Sancten bei Halle im Henegau, wo sie in großem Tugendruhme wie eine Klausnerin lebte. Als die wilden Bewohner von Ostfriesland und Niedersachsen in Brabant, Henegau, Geldern und Lüttich mit verheerender Wuth einfielen, ergriff alles die Flucht; die Heilige aber schloß sich bei Annäherung der Barbaren in die [58] Kirche von Sancten ein; die Feinde erbrachen, nachdem sie Alles geplündert und in Brand gesteckt hatten, auch die Thüren des Heiligthums, rissen die Dienerin Gottes vom Altare, den sie umfaßte, schleiften sie an den Haaren unter tausend Mißhandlungen durch die Kirchengänge und hieben ihr dann das Haupt ab: Mit ihr starben ein Kleriker, Namens Grimoaldus1 und ein Diener Gondulph3 ums Jahr 680. So bezeugen ihren Tod alte bildliche Darstellungen. Reineldis wurde mit ihren zwei Kampfgenossen in derselben Kirche begraben und durch die auf ihre Fürbitte geschehenen Wunder ist ihre Grabstätte sehr berühmt geworden. Die Heilige wird setzt noch gegen Wunden, die immer wieder aufbrechen und eitern, um Hilfe angerufen. Im J. 868 wurden ihre Gebeine in Gegenwart der Bischöfe von Tournay, Cambrai und Lüttich erhoben. Das Mart. Rom. und das gläubige Volk in Maaseyck, St. Reinelde bei Halle, Sancten, Condé u. a. O. feiert ihr Andenken am 16. Juli. Bildnisse zeigen sie als Pilgerin mit der Martyrerpalme, andere wie sie vor der schmerzhaften Mutter Gottes betet. (IV. 173–178.)


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Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 5. Augsburg 1882, S. 58-59.
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