Virgilius, S. (1)

[736] 1S. Virgilius, Ep. Conf. (10. al. 19. Oct., 5. Mäxz). Dieser hl. Bischof Virgilius von Arles war anfänglich Abt zu St. Symphorian in Autun. Seine Einkleidung und sein Aufenthalt im Kloster zu Lerin ist zweifelhaft. Als Oberhirtefolgte er dem heil. Honoratus, wenn nicht etwa Licerius sein unmittelbarer Vorgänger war. Es ist nicht ganz ausgemacht, wann er den bischöflichen Stuhl von Arles bestieg. Als im J. 590 der hl. Gregorius d. Gr. Papst wurde, hatte er denselben bereits ein paar Jahre in Besitz. Dieser nannte ihn schon bei Lebzeiten einen heiligen, mit allen Tugenden gezierten Mann, und unterstellte die Bischöfe im Reiche des Königs Childebert II. seinem Sitze. Die Missionäre, welche nach England reisten, empfahl der Papst ganz besonders seinem Schutze. In der That war der hl. Virgilius ein so außerordentlicher Mann, daß man ihn selbst wie ein Wunder (portentum) betrachtete. Er erbaute und restaurirte Kirchen, verbesserte die Einkünfte und die Sitten des Klerus und nahm sich des Volkes wie ein Vater an. Die doppelte Feier zu Arles und zu Lerin hat übrigens die Boll. zu der Frage veranlaßt, ob nicht etwa zwei Bischöfe d. N. zu Arles gelebt haben, von welchen der eine in Lerin, der andere zu Autun als Abt gewirkt hatte. Sein Todesjahr konnte bis jetzt nicht genau ermittelt werden. Butler (III. 379) setzt das J. 610, während Aeltere ihn bereits um das J. 595 das Zeitliche segnen lassen. Gewiß ist, daß er um das J. 601 noch lebte, während im J. 610 bereits sein Nachfolger Florianus die bischöfliche Kirche von Arras leitete. Zu Frejus und Lerinum feierte man sein Andenken am 5. März, zu Arles, Air und Embrun gegenwärtig am 10. October. (Mart. I. 399–404.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 5. Augsburg 1882, S. 736.
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