Spanheim

[261] Spanheim, Ezechiel von, Staatsmann und vielseitiger Gelehrter, geb. 1629 zu Genf, wurde 1651 Professor der Beredsamkeit u. kam in den großen Rath seiner Vaterstadt, trat aber in kurpfälz., 1677 in brandenburg. Staatsdienste und wurde Minister; nach der Erhebung Preußens zum Königreich geadelt, st. S. 1710 als preuß. Gesandter zu London. Trotz seiner praktischen Thätigkeit fand er doch Muse genug, sich als gelehrter Schriftsteller einen Namen zu erwerben, vor allem als Numismatiker (13 Dissertationen de usu et praestantia numismatum antiquorum, Rom 1664, seitdem an vielen Orten öfters aufgelegt), Jurist (orbis Romanus, Rom 1697) und Philolog (Uebersetzungen aus dem Griechischen ins Französische, Kommentare zu Julians des Abtrünnigen Schriften, zum Kallimach u.a.m.). – S., Friedr., der Bruder des Vorigen, geb. 1632 zu Genf, Professor der Theologie zu Heidelberg, später in Leyden, gest. 1701, zeichnete sich als theologischer Schriftsteller und als Kirchenhistoriker namentlich durch den gemäßigten Ton aus, den er im Vergleich zu Hottinger, den beiden Basnage u.a.m. gegen die kath. Kirche innehielt.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 261.
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