Decoration

[134] Decoration (franz. decoration) heißt die Ausschmückung oder Verzierung eines Gegenstandes, die ihm gegeben wird, damit er ein gefälligeres oder ein zweckentsprechenderes Aussehen erhalte. Bei räumlich gestalteten Kunstwerken besteht die Dekoration in den Zutaten, die nicht unmittelbar organisch mit ihrer Idee zusammenhängen, sondern mehr zur feineren Gestaltung der einzelnen Glieder und zur Ausfüllung des gegebenen Raumes dienen. Besonders in der Baukunst ist[134] zu scheiden zwischen konstruktiven Teilen und dekorativen (ornamentalen) Zutaten des Bauwerks. Jene sind die unentbehrlichen Bestandteile des Ganzen, wie etwa Mauern, Säulen, Pfeiler, Architrave, Bögen, Gewölbe, diese, wie Basis, Kapital, Kanellüren der Säulen, Triglyphenschlitze, Gesimse, Metopentafeln, Friese, Wandgemälde, Giebelgruppen, Maßwerk, Wimperge, Fialen, Krabben usw., wachsen in ihren einfachsten Grundformen teilweise aus der Technik des Materials bei Gestaltung der einzelnen Teile hervor, teilweise sind sie eine vermannigfaltigende und verschönernde Zugabe. Auch können die dekorativen Zutaten der Baukunst sich in der Form den Gestalten der konstruktiven Teile anpassen und sich innerhalb des geometrischen Figurenkreises halten, oder sie können, in selbständigeren Formen sich bewegend, die besondere Bestimmung eines Gebäudes deutlicher zum Ausdruck bringen. Ein völliger Mangel an aller Dekoration ist an einem Bauwerk, soweit es Kunstzwecken dient, ebenso unerträglich wie ein Zuviel. Doch ist das Verhältnis der verschiedenen Stilarten zur Dekoration ein sehr verschiedenes.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 134-135.
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