Mäeutik

[339] Mäeutik (gr. maieutikê), Hebammenkunst, nannte Sokrates (469-399), welcher der Sohn der Hebamme Phainarete war, seine Methode, das Wissen aus anderen hervorzulocken (Platon, Theätet 149 B – 151 D). Er meditiert mit andern zusammen, legt ihnen Fragen vor und sucht sie hierdurch zu richtigen Antworten zu veranlassen und auf die Wege zur Erkenntnis zu führen. Die Mäeutik des Sokrates, die dieser ein göttliches Geschenk nannte (Platon, Theätet 210 C), hat es aber mit Männern und [339] nicht mit Frauen, mit Seelen und nicht mit Körpern zu tun, und sie prüft, ob die entbundene Seele ein Truggeschöpf oder ein echtes und wahres Gebilde zur Welt gebracht hat (Platon, Theätet 160 B-C).

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 339-340.
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